Strümp Für ihr Pausenbrot mussten die Schüler des Städtischen Meerbusch-Gymnasiums früher eine gute gesundheitliche Konstitution haben: Denn beim Anstehen an dem Kiosk auf dem Schulhof waren sie Wind und Wetter ausgesetzt. Jetzt haben sie mit den anderen weiterführenden Schulen gleichgezogen: Für 70 000 Euro hat die Stadt als ersten Schritt des Foyer-Umbaus ein Schulcafé eingerichtet.
Nach den Plänen der ehemaligen Jahrgangsstufe 13 ragt nun links vom Haupteingang eine L-förmige Theke in die Zimmer-Flucht, die einmal der SV-Raum war. Mit seinen vielen Lichtquellen ist das Schulcafé auch optisch ein Anziehungspunkt in dem schummrig beleuchteten Foyer. Auf der verschließbaren GlasSchiebetür prangt das selbst entworfene Logo, ein Kreis mit aufsteigenden Schlangenlinien zwischen S und Cafe - Kaffeedampf?
Vor der kaffeebraunen Theke erhebt sich ein mit Industrieparkett belegtes Podest, auf dem dereinst einmal Bistrotische und -stühle stehen sollen. Nachdem die Jugendlichen mit fachlicher Unterstützung durch Innenarchitektin Claudia Möhrstedt geplant haben, liegt der Geschäftsbetrieb jetzt in der Hand der Mütter: Gegen viele Mitbewerber hat sich der eigens gegründete Cafeteria-Verein durchsetzen können.
„Wir wollten Einfluss auf die Angebotspalette und die Preisgestaltung haben“, erklärt Geschäftsführerin Tamara Engelmann. So haben die Mütter einige Süßigkeiten, die der Kiosk angeboten hatte, aus dem Programm herausgenommen. Aber: „Ganz ohne geht es nicht“. Schließlich wolle der Verein, der sich auch über Spenden finanziert, ja nicht am Bedarf vorbei einkaufen.
Die Brötchen sind so gut wie daheim bei Muttern, denn „wir achten auf vernünftigen Belag“, so Engelmann, die auch Schulpflegschaftsvorsitzende ist. Und nach der positiven Resonanz auf die Aktion „Vitamin statt Nikotin“ im April setze der Verein verstärkt auf Obst.
Demnächst wolle er auch Rohkostplatte mit Dips anbieten. Obst und Gemüse wird vorzugsweise von ortsansässigen Händlern bezogen. Der Hit für die älteren Schüler ist der Kaffeeautomat, denn der Kioskbetreiber durfte den Wachmacher nur an Lehrer ausschenken, wie die 13-jährige Natalie berichtet.
Eigentlich hatte der Verein den Cafeteria-Betrieb schon nach den Sommerferien aufnehmen wollen, aber die Umbauarbeiten verzögerten sich. „Immerhin kommt ein sehr großer Teil der Schüler ohne Frühstück in die Schule“, sagt Engelmann.
Die Cafeteria hat ihre Öffnungszeiten (8.45 bis 13.45 Uhr) dem immer länger werdenden Schultag angepasst. Die Schüler haben aber noch weitergehende Wünsche, was den Speiseplan betrifft: „Eine warme Mahlzeit nach der sechsten Stunde wäre schön“, sagt Tilman (15).
Das neue Café ist nur ein erster Teil der Veränderungen. Denn es ist eingebettet in ein übergreifendes Projekt. Schüler der Jahrgangsstufe 13 des Städtischen Meerbusch-Gymnasiums in Strümp nehmen nämlich an einem landesweiten Projekt der Architektenkammer teil: Ein Modell zeigt, wie das Foyer derSchule einmal aussehen soll. Der Startschuss fiel mit dem Umbau fürs Café.
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