Lank (NGZ) Sie hatten noch nichts getan - und bekamen schon Applaus, als sie die Bühne im Forum Wasserturm betraten: Grupo Sal und Bischof Alvaro Ramazzini aus Guatemala. In seiner Diözese San Marcos kämpft der Bischof für Menschenrechte, gegen Armut und Ausbeutung.
Die sechs Musiker von Grupo Sal präsentierten mitreißende lateinamerikanische Musik vor ausverkauftem Haus. Der gesamte Erlös durch den Kartenverkauf geht als Spende nach Guatemala. Grupo Sal nahm die Zuhörer auf eine musikalische Reise durch Lateinamerika. Ihre Lieder erzählen Geschichten.
So etwa die eines indianischen weiblichen ,Häuptlings’, der bei der Eroberung der Dominikanischen Republik gefangen genommen wurde. Die Stimmung aus diesem kraftvollen Lied nahm Bischof Ramazzini auf. „Musik weckt tiefe Gefühle und vereint Herzen“, erklärte Ramazzini.
Bei dem „Gesang der Welt“ geht es um die Würde aller Menschen, nicht nur um die der Armen. Und es geht um Gerechtigkeit und Solidarität. Bischof Ramazzini will provozieren. „Ist ein Gesetz gerecht, weil es Gesetz ist?“ Er nahm in den vier Blöcken seiner Lesung direkt Aussagen der Lieder auf - Verfolgung und Utopie, Träume und Liebe.
Leidenschaftlich berichtete der Bischof von den Problemen seines Landes. Über einen Teilerfolg freute sich Ramazzini besonders: So sei es gelungen, einen langjährigen Konflikt in Guatemala zu lösen.
Sieben Jahre hatten Landarbeiter einer Finca für ihr Recht gekämpft und gestreikt, sich in einer Gewerkschaft zu organisieren. Ein Gericht gab ihnen Recht. Doch nichts passierte. Dann beschlagnahmten sie die Kaffee-Ernte. Das half: Jetzt erhielten die Landarbeiter vom Eigentümer der Finca Land im Wert ihrer ausstehenden Löhne.
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