Meerbusch Für die Mitglieder des Ältestenrates kam die Nachricht überraschend: Hans Mattner-Stellmann steht aus gesundheitlichen Gründen für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung. „Hinter mir liegt ein langer Abwägungsprozess“, dokumentiert der Beigeordnete der Stadt Meerbusch seine schwerwiegende Entscheidung.
Sein schlechter Gesundheitszustand habe ihn dazu bewogen, den Ältestenrat zu bitten, von einer erneuten Wiederwahl abzusehen.
Gesundheitliche Gründe
Die Amtsperiode für die Beigeordneten Hans Mattner-Stellmann, Dezernat II, und Michael Nowack, Dezernat III, endet am 28. Februar 2007. Die Gemeindeordnung sieht für eine Neu- oder Wiederwahl ein Zeitfenster von sechs Monaten vor. Somit ist dieses ab dem 1. September geöffnet.
Im Normalfall werden Beigeordnete für jeweils acht Jahre gewählt und stellen sich zweimal zur Wiederwahl. In der Angelegenheit Michael Nowack, der am Ende seiner ersten Amtszeit steht, scheint ein reibungsloser Ablauf gewährleistet.
Aber Hans Mattner-Stellmann, der diese Position bereits seit dem 1. März 1991 inne hat und nun vor der zweiten Wiederwahl stehen würde, sieht sich aus oben angeführten Gründen nicht in der Lage, sich dieser zu stellen.
„Der Ältestenrat hat das zur Kenntnis genommen. Die Fraktionen werden nun das weitere Vorgehen diskutieren“, ergänzte Bürgermeister Dieter Spindler. Falls dem Anliegen von Mattner-Stellmann stattgegeben wird, ist eine Ausschreibung erforderlich. Auf Nachfrage stellt Spindler die Frage nach dem Parteibuch der Bewerber hinten an.
„Wir legen Wert auf fachliche und menschliche Qualifikationen“. Auf jeden Fall muss ein potenzieller neuer Beigeordneter die Voraussetzungen für einen „gehobenen, nicht technischen Verwaltungsdienst“ mitbringen. Aber für die Stadt Meerbusch bringt das frühzeitige Ausscheiden des seit 1967 in verwaltungstechnische Aufgaben involvierten Mattner-Stellmann auch eine finanzielle Belastung.
„Der Pensions-Anspruch bleibt bestehen“, so Dieter Spindler. Eine amtsärztliche Untersuchung ist für einen derartigen Fall wie den jetzigen nicht vorgesehen.
In diesem Zusammenhang verweist der Bürgermeister auf die Bemühungen, Personalkosten „nach unten zu fahren“. „Aber in diesem Fall muss der menschliche Aspekt Vorrang haben“, hebt er mit einem Hinweis auf die konstruktive Zusammenarbeit mit Mattner-Stellmann hervor.
Für diesen gilt es abzuwarten, wie die Fraktionsspitzen entscheiden. Der zeitliche Spielraum ist relativ gering, denn bei einer Akzeptanz des Beigeordneten-Wunsches gilt es, einen Nachfolger zu suchen.
Mattner-Stellmann würde im Falle der Freistellung „ehrenamtlich kulturelle Belange“ in seiner Heimatstadt Korschenbroich übernehmen. Und vielleicht wird der Dezernent noch einmal die Universitätsbank drücken, „um Defizite in Kunstgeschichte aufzuarbeiten“.
„Aber auf jeden Fall werde ich immer wieder den Weg zurück nach Meerbusch finden“, erinnerte der 58-Jährige an seine umfangreichen Kontakte.
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