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Feuilleton: Vom Theater zum Studium

zuletzt aktualisiert: 05.05.2006 - 21:30

Neuss (hbm) Als Schülerin hat sie schon auf der Bühne gestanden, vor der sie heute zumeist sitzt. Denn Sonja Klaverkamp gehörte zum Ensemble des Nelly-Sachs-Gymnasium, das von Giraudoux’ Stück „Der trojanische Krieg wird nicht stattfinden“ bei den Schülertheaterwochen unter den ebenfalls gebräuchlichen Titel des Stücks „Kein Krieg in Troja“ im Landestheater aufführte.

Auch wenn es ihr damals sehr viel Spaß gemacht hat - dass sie sich ihre berufliche Zukunft am Theater vorstellen kann, lag da noch in weiter Ferne. „Nach dem Abi hatte ich zunächst keine Ahnung, was ich machen könnte“, sagt die 21-Jährige. Erst ein Gespräch über Berufsbilder habe sie auf das des Dramaturgen gebracht.

Zwischen Abi und freiwilligem ökologischen Jahr schob sie ein Praktikum in der Dramaturgie des Rheinischen Landestheaters sein. „Ich hab’ ganz spontan angerufen, weil ich noch einen Monat Zeit hatte, und bekam sofort eine Zusage“, sagt sie - und scheint sich immer noch ein bisschen darüber zu wundern, wie schnell alles ging.

Als Zuschauerin kannte die Neusserin das RLT schon länger: Immer mal wieder hat sie als Kind Aufführungen gesehen und war zudem von den Eltern gewohnt, dass ein Theaterbesuch nichts Besonderes ist. Doch richtig infiziert wurde sie erst beim Praktikum: „Es hat mir ausgesprochen gut gefallen“, sagt sie, was zur Folge hatte, dass sie sich für die Studienfächer Germanistik und Theaterwissenschaften entschied.

Seit gut einem Monat wohnt Sonja Klaverkamp in Bochum, kommt am Wochenende nach Neuss und kann erste Vergleiche zwischen den Theaterstädten machen: Mit ihrem Seminar hat sie in Bochum Einar Schleefs Stück „Nietzsche-Trilogie“ gesehen, und ein wenig sucht sie nach Worten, um ihren Eindruck zu beschreiben: „Boff“ kommt es dann, was zweifellos die Schleefsche Sprachwucht treffend kennzeichnet ...

Das derartiges in Neuss gespielt werden könnte, kann sie sich kaum vorstellen, denn die Atmosphäre in Bochum sei ganz anders: „Irgendwie szenig.“

Am RLT gefällt ihr vor allem die Auswahl des Spielplans: „Da ist für jeden etwas dabei.“ Unter ihren Freunden befinde sich zwar kein Theaterbegeisterter; gibt sie zu, „aber ich habe auch nie Probleme, jemanden zu bewegen, mitzukommen“.

„Halb so wild“, „Glaube Liebe Hoffnung“ und „Hanglage Meerblick“ hat sie sich angeschaut, dafür das vom RLT angebotene Theaterpaket genutzt und zudem im Ensemble auch Schauspieler auserkoren, der sie besonders beeindrucken: „Hermann Große-Berg und Maja Elsenhans.“

Quelle: NGZ


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