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Rhein Fire verliert mit 10:13 in Hamburg: World Bowl-Chancen weiter gesunken

zuletzt aktualisiert: 15.05.2006 - 11:49

Die Voraussetzungen vor dem Auswärtsspiel in der Hamburger AOLArena waren klar und deutlich. Rhein Fire musste bei den Sea Devils gewinnen – und im Idealfall auf eine Niederlage Frankfurts gegen Amsterdam hoffen. Dann wäre das Tor zum Yello Strom World Bowl XIV wieder weit offen. Am Ende hieß es Rhein Fire 10, Hamburg Sea Devils 13 [0:0, 7:3, 3:3, 0:7].

Da Frankfurt gegen Amsterdam mit 12:17 ebenfalls verlor, ist die Minimalchance auf den World Bowl noch erhalten. Im ersten Drive hieß es für Fire-Quarterback Timmy Chang und seine Offense schnell „Drei und Raus“. Doch der Düsseldorfer Angriff sollte schneller wieder auf dem Platz stehen als den Hamburgern dies lieb war. Denn schon beim ersten Spielzug fumbleten die Gastgeber.

Linebacker Terrence Robinson eroberte das Ei und brachte Fire an der 36 Yard-Linie der Hamburger in Ballbesitz. Diese zweite Angriffserie endete mit einem verschossenen Fieldgoal von Ola Kimrin, der aus 49 Yards rechts verzog. Seine Angriffskollegen hatten den Drive zuvor freilich durch zwei Strafen unnötig erschwert. Rhein Fire spielte seine Angriffszüge beinahe ausschließlich aus der Shot Gun, so wie es Chang aus Hawaii gewohnt ist. Das brachte dem Spielmacher zwar Extrazeit zum Passen, doch die Hamburger stellten sich rasch auf diese Spielweise ein.

Kris Griffin brachte Chang zu Boden und beendete mit diesem Sack den dritten Düsseldorfer Drive. Nur gut, dass die Fire-Defense die Devils im ersten Viertel im Griff hatten, denn so durften Chang & Co. in den ersten 15 Minuten von der eigenen 8-Yard-Linie auch noch zum vierten Drive ansetzen. Glück für Hamburg, dass Cornerback Eric Hill einen weiten Chang-Pass auf Chris Samp mit letztem Einsatz abwehren konnte und so den sicheren Rückstand verhinderte.

Jetzt schickte Devils-Headcoach Jack Bicknell mit Brock Berlin seinen zweiten Quarterback ins Geschehen. Der erlief erst selber ein neues First Down und fand dann mit einem weiten Pass bis an die 11-Yard-Linie Receiver Nate Curry. Folge? Es gab keine – jedenfalls keine negative für Fire. Im Gegenteil: Fire-Verteidiger Ronyell Whitaker fing eiskalt einen Pass von Berlin ab und trug den Ball unaufhaltsam über 100 Yards bis in die Hamburger Endzone zurück – die 7:0-Führung im zweiten Viertel und der längste Inteception-Return-Touchdown der NFLE-Geschichte. Bicknell versuchte sofort zurück zu schlagen und ließ sogar den vierten Versuch ausspielen, als seine Offense nur noch 20 Zentimeter für ein neues First Down zu gehen hatte.

Doch die sehr gute Düsseldorfer Defense hielt und brachte Fire wieder in Ballbesitz. Der freilich brachte nicht viel, weil Timmy Chang sich zweimal hintereinander zu Boden bringen ließ. Diese Sack-Attack ließ zwei Minuten vor der Halbzeit noch einmal Brock Berlin und seinen Hamburger Angriff aufs Feld kommen. Und die kam der Düsseldorfer Endzone rasch und bedrohlich näher, weil Berlin seine Hamburger Receiver fand. Zuletzt aber reichte es für die Sea Devils nur zu einem 28 Yard-Fieldgoal durch Tyler Jones. 14 Sekunden vor Ende des ersten Durchgangs stand es 7:3. Bicknell gab Berlin auch in der zweiten Hälfte das Vertrauen. Zu Recht, denn mit ihm drang Hamburg erneut in die Düsseldorfer Redzone ein. Doch wieder reichte es nur zu einem 31-Yard-Fiedgoal durch Tyler Jones zum 7:6.

Zeit für die Rhein Fire Offense, produktiv zu werden. Und das wurde sie. Chang führte Fire von der eigenen 25-Yard-Linie bis vier Yards vor die Hamburger Endzone. Bester Spielzug: ein 33-Yard-Pass auf Jacque Lewis. Am Ende musste leider wieder Kicker Ola Kimrin ran, der aus 33 Yards zum 10:6 verwandelte. Zu wenig, wie sich beim nächsten Drive der Sea Devils zeigte, den Receiver Scott McCready im letten Viertel mit einem 9-Yard-Touchdown abschloss. Fire lag erstmals zurück – 10:13.

Dann aber nagelte die Düsseldorfer Stahl-Defense die Sea Devils mit einem Sack von Derrick Strong gegen Brock Berlin an deren eigenen 2-Yard-Linie fest. Hamburg musste punten und Fire kam kurz hinter der Mittellinie in Ballbesitz. Der Drive schien schnell beendet, doch dann fand Timmy Chang Running Back Fred Jackson mit einem 25 Yard-Pass. Schließlich ließ auch Fire-Headcoach Jim Tomsula in der Redzone einen wichtigen vierten Versuch ausspielen. Doch Hamburg stoppte Fred Jackson und kam so 6:30 Minuten vor Schluss in Ballbesitz. Der währte allerdings nicht lange. Nach drei Versuchen mussten die Gastgeber wieder punten, Fire kam an der 38-Yard-Linie der Sea Devils wieder an den Ball.

Es gelang aber nicht, zumindest in Fieldgoal-Reichweite zu kommen. Eine Strafe und ein Sack warfen die Düsseldorfer wieder bis an die Mittellinie zurück. Und noch einmal verrichtete die Verteidigung gute Arbeit und sorgte dafür, dass Fire 1:50 Minuten vor Schluss eine weitere Chance auf den Sieg erhalten sollte. Doch es half nicht. Ein weiteres First Down war zu wenig – Fire kam nicht mehr zu weiteren Punkten.


 
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