Lank (mog) Die Künstler des Vereins „Freie Künstler Meerbusch“ zeigen unter dem Titel „Gestern - Heute“ in der Teloy-Mühle eine Retrospektive ihres Schaffens. Die Weisheit „Gestern ist gestern und heute ist heute“ findet in der Kunst keine Umsetzung.
Die Bilder sind noch am Samstag von 16 bis 19 Uhr, am Sonntag von 11 von 1 bis 19 Uhr in der Teloy-Mühle an der Kemperallee zu sehen.
Diese Meinung vertritt Philipp von Canstein, der in der Teloy-Mühle die Ausstellung „Gestern - Heute“ eröffnete. „Dieses Zeitfenster ist in der Kunst stets greifbar“, so der Vorsitzende des Vereins „Freie Künstler Meerbusch“. Eine Retrospektive sei ein „guter Weg“, ältere und aktuelle Werke zu vereinen.
Die meisten Künstler haben diese Chance genutzt. So auch der Vorsitzende selbst, der einen bemerkenswerten Querschnitt seines Schaffens von 1969 bis heute ausstellt. Auch Gastkünstler Willy Hengstermann geht bis ins Jahr 1972 zurück und zeigt eine Arbeit „von vorgestern“. Sie macht im Vergleich mit den neuen Werken deutlich, welche Entwicklung er gegangen ist: „Ich bin heute viel freier“.
Diese Freiheit verkörpert Maren Schmidt in ihren bunt glitzernden Bild-Botschaften, während Adelheid Preutenborbeck ihren ehemaligen Lehrer Josef Beuys auf einem Akademierundgang festgehalten hat. Zu Gast in Meerbusch sind auch Bettina Post und Werner Scheter aus Kaarst. Bettina Post wird anhand klar gegliederter „Lebensausschnitte“ großflächig mit viel Farbgefühl dem Thema gerecht. Die Arbeiten von Scheter machen den Weg von der Gegenständlichkeit zum Figurativen deutlich und lassen stets die Farbe sprechen.
Auf dezente Weise tut dies auch Lilo Jusczyk. Sie nimmt auf eine „Zeitreise“ mit und symbolisiert „Aufbruch“ in Collagentechnik. Lydia Wagner dagegen sucht mit kräftigem Strich nach der „Balance“ und stellt mit einer Radierung ein märchenhaftes „Traumschiff“ vor.
Tragisch geht es bei Karin Ursula Schumann zu. „Tod einer Dichterin“ nennt sie die Collage von 1994 und führt mit Arbeiten bis in die Jetztzeit. Aktuell gibt sich Hildegunde Zeunert und stellt einen Serien-Entwurf aus. Die Montage gekonterter Fotos wird den mathematischen Titel „3x3 plus 2x (1x3)“ tragen. Gar nicht nüchtern präsentieren sich die Skulpturen von Marita Mülders.
Dem „Nesthocker“ hat sie anstatt Flügeln Schrauben verpasst: „Von der Farbgebung lasse ich mich überraschen“, beschreibt sie ihre Experimentierfreudigkeit. Bei Gisa Rosa findet das Thema eine konsequente Umsetzung. Das „Gestern“ ist farbig, das „Heute“ schwarz und weiß und wirkungsvoll. Ähnlich hat sich die Pianistin Gretchen Steins dieser Thematik angenommen. Zur Vernissage spielte sie Melodien von heute, zur Finnisage werden es die von gestern sein.
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