Rhein-Kreis Neuss: „Grüne Grenze“ längst Vergangenheit

VON ANNELI GOEBELS -
zuletzt aktualisiert: 08.08.2007 - 21:30

Rhein-Kreis Neuss (NGZ) Rhein-Kreis Neuss Die Vielseitigkeit des Berufes und natürlich auch die Hoffnung auf einen sicheren Arbeitsplatz - das sind die beiden Hauptgründe, die junge Leute nennen, wenn sie Zollbeamte werden wollen.

Auch das gehört zur Ausbildung der zukünftigen Zollbeamten - der korrekte Umgang mit der Waffe. FOTO: HAUPTZOLLAMT KREFELD

Das sagt einer, der es wissen muss, denn er liest täglich viele Bewerbungen, Wolfgang Scheunemann von der Zoll- und Verbraucherabteilung der Kölner Oberfinanzdirektion, zuständig für Einstellung und Ausbildung.

95 „Neue“ werden im September starten. Ausgewählt aus immerhin 6000 Bewerbern. Im kommenden Jahr allerdings wird sich die Zahl verdoppeln: Geplant sind 195 Einstellungen. Gesucht werden 110 Nachwuchskräfte für den mittleren und 85 für den gehobenen Dienst.

Die plötzliche Verdoppelung erklärt Scheunemann so: „Zum Stichtag 1. Januar 2009 werden die acht Oberfinanzdirektionen in Deutschland auf fünf reduziert und heißen fortan Bundesfinanzdirektionen. Dadurch werden natürlich die Zuständigkeitsbereiche vergrößert.“ So wird die jetzige Oberfinanzdirektion Köln dann auch für den Frankfurter Flughafen zuständig sein. Auch - denn die bundesweit über 35 000 Zöllner stehen schon lange nicht mehr nur an Flughäfen oder an der „Grünen Grenze“.

Info

Bewerbungen bis 6. September 2007 an die Oberfinanzdirektion Köln. Infos auch unter www.zoll.de.

Sie arbeiten in den Hauptzollämtern oder in den Mobilen Einsatzgruppen „on the road“ und überprüfen Fahrzeuge auf Schmuggelware. Dabei sind oft die Zollhundeführer mit ihren Spürhunden. Außerdem gehen sie gegen Schwarzarbeit vor. In den einzelnen Zollämtern überwachen die Beamten Ein- und Ausfuhrverbote und -beschränkungen.

Bei Unternehmen, die im Im- und Export tätig sind, überprüfen die „Zöllner“, ob die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. Im Vollstreckungsdienst kleben sie als Gerichtsvollzieher den gefürchteten „Kuckuck“ an gepfändete Gegenstände, und die „Blauen“ beim Wasserzoll sind mit ihren Booten Teil der Küstenwache der Bundesrepublik und nehmen gemeinsam mit anderen Behörden die Grenzaufsicht an der Seeküste wahr. Dazu zählt denn auch der Umweltschutz auf See und die Rettung Schiffbrüchiger.

Die zweijährige Ausbildung für den mittleren Dienst besteht aus einem theoretischen Teil in der Nähe von Potsdam und einem berufspraktischem. „Voraussetzung ist die Fachoberschulreife“, informiert Scheunemann. Drei Jahre dauert die Ausbildung für den gehobenen Dienst, die die allgemeine Fachhochschulreife voraussetzt.

Quelle: NGZ

 
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