FDP-Kandidat Dr. Bijan Djir-Sarai: "Politik lebt vom Mitmachen"

VON FRANK KIRSCHSTEIN -
zuletzt aktualisiert: 14.09.2009 - 21:30

FDP-Kandidat Dr. Bijan Djir-Sarai (NGZO) Rhein-Kreis Neuss Das große TV-Duell der Kanzlerkandidaten fand er "ziemlich öde", und das will bei Dr. Bijan Djir-Sarai (33) schon etwas heißen, denn eigentlich ist der Kandidat der FDP im Wahlkreis 109 – Neuss, Grevenbroich, Dormagen, Rommerskirchen – ganz anderer Meinung: "Politik macht Spaß!"

Dr. Bijan Djir-Sarai ist Bundestagskandidat der FDP in Neuss, Grevenbroich, Dormagen und Rommerskirchen. NGZ-Foto: L. Berns

Der promovierte Betriebswirt (Uni Köln, summa cum laude), der als Unternehmensberater mit Schwerpunkt Chemieindustrie arbeitet, will nach einem ersten Anlauf 2005 bei der Wahl am 27. September den Sprung von der Kommunal- und Landespolitik in den Bundestag schaffen.

Die Chancen dafür stehen mehr als gut. Mit Listenplatz 13 verfügt der in Teheran geborene Liberale über ein fast sicheres Ticket in Richtung Hauptstadt. Eine Blitzkarriere? Schnell ja, aber aufgebaut mit Kärrnerarbeit: Nach dem Beitritt zu den Jungen Liberalen wird Djir-Sarai zunächst Kreisvorsitzender der FDP-Nachwuchsorganisation, bevor er 2004 – mit 24 Jahren – als Chef der FDP-Fraktion Politik im Kreistag macht. Ein Jahr später wird er Vorsitzender der Kreispartei, seit 2006 ist Djir-Sarai Mitglied des Landesvorstandes der FDP in Nordrhein-Westfalen.

"Nicht nur darüber reden, sondern mitmachen", dieses Verständnis für Politik sieht der FDP-Politiker in seiner Biografie begründet. Als im Iran Revolution und Krieg drohten, wollten die Eltern ausreisen. Das misslang, der Sohn konnte jedoch bei einem Onkel in Grevenbroich untergebracht werden. Bijan Djir-Sarai – Konfession: evangelisch – wuchs dort auf, machte sein Abitur am Pascal-Gymnasium und lebt heute im Stadtteil Neu-Elfgen.

Derzeit verhandelt der Liberale mit der CDU, die bei der Kommunalwahl ihre absolute Mehrheit im Kreistag verloren hat, über Bedingungen für eine schwarz-gelbe Zusammenarbeit. Dabei hat er allen Grund zum Selbstbewusstsein: Bei den letzten Wahlen für Europa und in den Kommunen war die von Djir-Sarai geführte FDP der Abräumer im Rhein-Kreis Neuss.

Da fällt der Wahlkampf leicht. Der Grevenbroicher – ledig, Hobby: Fußball spielen mit der alten Uni-Mannschaft in Köln und persisch kochen – kann nicht klagen: "Die Menschen begegnen der FDP mit viel mehr Sympathie als noch vor zehn Jahren." Die liberalen Botschaften kämen an: "Bildung ist Bürgerrecht, Steuerreform, mehr Kommunale Selbstverwaltung." Was ihn ärgert: "Auf Bundesebene machen Teile der Union Wahlkampf gegen uns. Rot-Rot-Grün ist für die gar kein Thema. Da wird aufs falsche Tor gespielt."

Bijan Djir-Sarai möchte sich, wenn am 27. September der Sprung in den Bundestag gelingt, vor allem in den Bereichen Wirtschafts- und Integrationspolitik engagieren. Auch die Verknüpfung von (industrieller) Innovation und Umweltschutz interessiert ihn: "Das sind Themen, die noch zu sehr von den Grünen besetzt werden. Da muss die FDP mehr Profil zeigen."

Quelle: RP

 
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KOMGTI | 15.09.09 09:38 (1/2)
Statt der ausführlichen Biografie......
hätten mich so kurz vor der BT-Wahl mehr die Aussagen des FDP-Kandidaten zu den aktuellen politischen Sachfragen (Atomkraft, Mindestlohn, Bildung, Managergehälter und Bundeswehreinsätze) interessiert....
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Getäuscht | 15.09.09 04:59 (2/2)
aktuell finden über 80% der Bevölkerung die Partei nicht
wählenswert. Das dabei auch ein paar energiewirtschaftsklüngelnde Unionswähler sind, wird der schlaue Kandidat ertragen müssen. Mit der Beseitigung des Ortsabwesenheitgenehmigungsjoch für...
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