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Rhein-Kreis Neuss: Prüfer jetzt auch im Auftrag der EU

VON FRANK KIRSCHSTEIN - zuletzt aktualisiert: 20.08.2007 - 21:30

Rhein-Kreis Neuss (NGZ) Neuss Die Europäische Union kostet ihre Mitglieder nicht nur eine Menge Geld, sie gibt auch viel zurück: Jedes Jahr gibt die EU Milliardenbeträge an Fördergeldern aus - will dann jedoch auch wissen, ob diese Mittel auch zweckgerecht verwendet werden. Dabei hilft jetzt das Neusser Beratungsunternehmen KBHT Kalus + Hilger, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwälte, die sich als Mitglied der weltweit tätigen IAPA-Gruppe, einem Zusammenschluss mittelgroßer Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, an Ausschreibungen der EU beteiligt.

Herbert Hilger (links) und Michael Kalus sind Partner im Neusser Beratungsunternehmen KBHT, das jetzt auch die Verwendung von EU-Fördergeldern unter die Lupe nimmt. Foto: woi

KBHT Kalus + Hilger in Neuss

„Ob die Fördergelder durch die Mitgliedsländer oder direkt geförderte Unternehmen wirklich sachgerecht verwendet wurden, lässt die EU durch international tätige Wirtschaftsprüfer untersuchen“, sagt Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Herbert Hilger. Die entsprechenden Aufträge werden öffentlich ausgeschrieben. KBHT ist Mitglied der so genannten „Public Sector Group“, die sich als Leitgremium für die IAPA um diese Aufträge bewirbt. „Nach kleinerenProjekten in der Vergangenheit gelang es dem IAPA-Netzwerk im vergangenen Mai, eine große Ausschreibung zu gewinnen“, erklärt Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Michael Kalus.

Das gesamte Auftragsvolumen beläuft sich auf vier Millionen Euro für insgesamt vier Jahre und wird sich auf vier Auftragsnehmer verteilen. Je nach EU-Mitgliedsstaat, in dem geprüft werden soll, werden die entsprechenden lokalen IAPA-Partner hinzugezogen. Die Koordination jedoch liegt in jedem Fall bei der Public Sector Group - und damit bei KBHT. Noch im kommenden Monat wird mit dem ersten Auftrag aus Brüssel gerechnet.

Doch KBHT setzt auf Wachstum nicht nur mit EU-Projekten: „Die Nachfrage nach komplexen Beratungsleistungen nimmt zu“, sagt Kalus. Lösungen im Zusammenhang mit Unternehmensnachfolgen oder -verkäufen, Fusionen, internationaler Besteuerung und zunehmend die Vorbereitung auf die Unternehmens- und Erbschaftssteuerreform führten bei spezialisierten Beratern in der Branche zu hoher Beschäftigung. KBHT, so Kalus und Hilger, habe diesen Trend nutzen können: 2006 setzte die Gruppe mit Hauptsitz in Neuss und weiteren Standorten in der Region die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fort: „Der Umsatz konnte erneut deutlich gesteigert werden, er erhöhte sich um zehn Prozent auf rund 7,1 Millionen Euro“, sagt Kalus.

Außerdem wächst die KBHT-Gruppe weiter: Zum 1. Juli konnten zwei weitere Steuerberaterbüros mehrheitlich übernommen werden. In Köln und Bergheim wurden langjährig bestehende Kanzleien gefunden, die jetzt in den KBHT-Verbund integriert werden. Mittelfristig will die Gruppe noch weiter wachsen. Gesucht werden Steuerberaterpraxen in Orten, die maximal eine Fahrstunde von Neuss entfernt liegen.

Quelle: NGZ

 
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