Rommerskirchen (NGZ). 2011 will die evangelische Gemeinde das 50-Jahr-Jubiläum ihrer Eigenständigkeit feiern. Um diese für weitere Jahrzehnte zu sichern, muss zum sinkenden Kirchensteueranteil eine freiwillige Kirchgabe hinzukommen.
Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs gab es evangelische Christen am Gillbach buchstäblich nur in Einzelexemplaren. Über 400 Jahre nach der Reformation wurde 1955 in Frixheim die erste evangelische Kirche gebaut. Erst 1961 konnten die bis dahin organisatorisch zu Wevelinghoven gehörenden Protestanten eine eigenständige Gemeinde bilden. Das 2011 fällige 50-Jahr-Jubiläum soll in großem Stil gefeiert werden, wobei Pfarrer Thomas Spitzer die evangelischen Christen vor einem "Jubiläumsjahrzehnt" sieht. Zu Pfingsten hat er sein Silberjubiläum als Pfarrer gefeiert, 2016 wird die Eckumer Samariterkirche 50 Jahre alt und zur 500-Jahrfeier der Reformation 2017 werden die Rommerskirchen Protestanten sicherlich auch den einen oder anderen Beitrag leisten. Unter anderem unter dem Motto "Frixheimer Sommer" soll kommendes Jahr des "Goldjubiläums" der Gemeinde gedacht werden.
Evangelische Kirche
Von den 13 000 Einwohnern Rommerskirchens gehören etwa 2300 der evangelischen Kirche an, die mit der Eckumer Samariterkirche und der Frixheimer Kreuzkirche zwei Gotteshäuser unterhält.
Der durchschnittliche Besuch der Gottesdienste lag zuletzt bei 60 Gläubigen, was knapp 2, 6 Prozent der Mitgliedschaft entspricht.
Besondere Gottesdienste sind dabei ebenso vorgesehen wie musikalische und kulturelle Events. Denkbar ist Thomas Spitzer zufolge, einen Kabarettabend des Kulturcafés in Frixheim stattfinden zu lassen, wo der parkähnliche Garten zu Open-Air-Veranstaltungen einlädt. Natürlich soll es auch eine Festschrift geben, die die bisherige Geschichte der Gemeinde so lückenlos wie möglich dokumentiert. Hier sind vor allem die Älteren gefragt, Fotos und andere Zeitzeugnisse beizusteuern.
Damit die Eigenständigkeit der evangelischen Gemeinde über das Jubiläumsjahr hinaus auf absehbare Zeit gewahrt bleiben kann, hat sie bereits 2007 mit dem Versuch begonnen, die zunehmend drastischer werdenden Ausfälle bei der Kirchensteuer durch eine freiwillige Kirchgabe wenigstens zu kompensieren. Wie Karin Kremer-Schillings, die "Finanzchefin" des Presbyteriums, jetzt bei einer Gemeindeversammlung in der Samariterkirche berichtete, beteiligen sich in diesem Jahr 138 Haushalte (2009 waren es 133) an der Aktion, so dass knapp 30 000 Euro zusammenkommen, die auf einem Sonderkonto "geparkt" werden.
Keine Kirchen schließen
"Die Arbeit ist mühsamer geworden", sagt Thomas Spitzer. Es sei schwierig, den Kreis der Beteiligten noch weiter auszudehnen. Die ursprünglichen Berechnungen gingen von 300 Haushalten und einer Kirchgabe von 72 000 Euro aus. Ungeachtet der Mühen ist der Pfarrer überzeugt, dass "der Weg, den wir eingeschlagen haben, es verdient, propagiert und verteidigt zu werden. Man muss nicht immer Kirchen schließen und Dienste streichen", so Thomas Spitzer, der dabei auch an die Diskussion um das Zukunftskonzept des Kirchenkreises Gladbach-Neuss denkt.
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