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Rommerskirchen: B 477n: Neue Funde?

VON SEBASTIAN MEURER - zuletzt aktualisiert: 04.05.2010 - 12:24

Rommerskirchen (NGZ). Der Beauftragte für die Bodendenkmalpflege ist ziemlich sicher, dass bei einem Bau der Umgehungsstraße B 477 n auch die Archäologen wieder zu tun haben werden. Manfred Hundt kennt Feld und Flur wie seine Westentasche.

Info

Handelswege

Besonders interessieren Manfred Hundt die Handelswege der Antike: Zwei am Gillbach gefundene Henkel gehörten zu einer aus Cordoba stammenden 70-Liter-Amphore. Angesichts der heutigen Preise ist sich Hundt sicher, dass dieses auch damals "nicht ganz billig war" und es sich nur betuchte Römer leisten konnten.

Der Tauchsport ist sein großes Hobby und beim Tauchen ist Manfred Hundt (74) Mitte der 60er Jahre auch auf seine zweite große Leidenschaft gestoßen: Beim Tauchen im Mittelmeer fand der gelernte Export-Kaufmann damals die eine oder andere Münze und manch einen anderen historischen Gegenstand. Im Römisch-Germanischen Museum in Köln wollte er sich darüber aufklären lassen, was es damit genau auf sich habe und dabei heuerte ihn dessen damaliger Leiter Professor Otto Doppelfeld für die Archäologische Gesellschaft an.

Der begeisterte Tauchsportler Manfred Hundt war fortan ein ebenso passionierter Hobby-Archäologe: 1970 wurde er ehrenamtlicher Mitarbeiter des Rheinischen Amts für Bodendenkmalpflege und ist seit 1981 Beauftragter für die Bodendenkmäler in Rommerskirchen, wo der gebürtige Kölner seit 1978 mit seiner Frau lebt.

Gefunden hat er natürlich Vieles, doch alle (prä-)historischen Schätze, die ihm bei seinen Streifzügen durch Feld und Flur in die Finger gekommen sind, hat er bei den Behörden abgegeben. Nicht abgeben muss er indes die gesammelten Erinnerungen und Erfahrungen, die Manfred Hundt gern zu Papier bringen möchte. Ein stattliches Manuskript hat er bereits erarbeitet, doch über eine Veröffentlichung mag Hundt zumindest gegenwärtig noch nicht nachdenken: "Vielleicht im nächsten Jahr", hofft er, bis dahin, eine druckreife Vorlage erstellt zu haben. Dank seiner gediegenen Ortskenntnisse konnte er den Archäologen zuarbeiten, indem er ihnen sagen konnte, wo es eine Konzentration der Funde gegeben hat.

Wert hat er immer auf ein gutes Verhältnis zur Landwirtschaft gelegt: "Ich laufe ja auch nicht über den Acker, wenn der gerade eingesät ist." Dies und allerlei anderes tun jedoch mit Metalldetektoren ausgestattete Zeitgenossen, die immer häufiger in der Gegend anzutreffen sind: Manfred Hundt macht keinen Hehl daraus, dass ihm derartige Schatzsucher ein Gräuel sind: "Es ist unsere Geschichte, die dabei verloren geht."

Hundt, der früher auch einmal Projekte mit Schülern des Pascal-Gymnasiums unternommen hat, ist sich relativ sicher, dass auch im Zuge der Bauarbeiten für die künftige Umgehungsstraße B 477n mit Funden zu rechnen sein wird: Ob sie so spektakulär sein werden wie die Frankengräber oder das Grab einer reichen Römerin, die Rommerskirchen überregionale Schlagzeilen beschert haben, mag dahingestellt sein, doch ganz ohne Grabungen dürfte es dem Experten zufolge nicht gehen – so sehr dies auch die politisch Verantwortlichen schmerzen würde.

Quelle: NGZ


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