Rommerskirchen (NGZ). Das Beteiligungsverfahren für die exakte Linienführung hat begonnen – jetzt können Einwohner ihre Bedenken äußern. Die Initiative "Pro Natur und Heimat" macht ihre Zustimmung von Lärmschutzmaßnahmen abhängig.
Rommerskirchen Seit gestern haben die Bürger das Wort: Für die Bestimmung der exakten Linienführung der Umgehungsstraße B 477n ist jetzt das Beteiligungsverfahren angelaufen. Dass es bei den Einwohnern – insbesondere in Nettesheim und Butzheim – auf großes Interesse stoßen wird, kann als sicher gelten. Kurz vor Beginn der öffentlichen Auslegung der Planunterlagen hat sich der Vorstand der Bürgerinitiative "Pro Natur und Heimat" auf sein weiteres Vorgehen verständigt. "Die jetzt favorisierte ,Bunkerlinie' war nicht unsere Wunschlösung, das haben wir immer gesagt", betont Manfred Schauf, der Vorsitzende der Initiative.
Vorgeschichte
Im Juli 2003 beschloss die Regierung, die Umgehung für die B 477 in den Bundesverkehrswegeplan aufzunehmen. Ein Jahr später entdeckte man in Butzheim ein großes Feldhamsteraufkommen – statt der geplanten Trassenführung entlang des Butzheimer Bruchs soll die Umgehung im Bereich des Bahndamms verlaufen.
"Linienführung nicht schlüssig"
Gleichwohl sei die im März 2009 vom Bundesverkehrministerium gebilligte ,Bunkerlinie' "besser als andere bahndammnahe Streckenführungen", so Schauf. Dennoch sind für die Initiative "einige Verschwenkungen westlich der Bahn", noch Erläuterungen nötig, wie ihr Sprecher sagt. "Die Linienführung ist überhaupt noch nicht schlüssig" – hier sehe er noch manch offene Fragen. Ungeachtet der prinzipiellen Bereitschaft, der ,Bunkerlinie' zuzustimmen, beharrt "Pro Natur und Heimat" auf weiterem Emissionsschutz, ob es nun um Vorkehrungen gegen den Lärm oder anderweitige Emissionen geht. "Das, was sich westlich von Rommerskirchen mit der B 59n zugetragen hat, muss sich ja nicht wiederholen", verweist er auf die dort vielfach geäußerte Kritik. Würde den Forderungen nach mehr Emissionsschutz Rechnung getragen, "wären wir bereit in den sauren Apfel zu beißen", erklärt Schauf.
In den kommenden vier Wochen haben alle Rommerskirchener Bürger die Möglichkeit, sich im Dienstleistungszentrum an der Bahnstraße die Unterlagen zeigen zu lassen und ihre Anregungen und Bedenken zu den Plänen geltend zu machen. "Ich gehe davon aus, dass unsere Mitglieder davon rege Gebrauch machen", so Manfred Schauf.
Auf eine möglichst große Teilnahme der Bürger hofft er auch mit Blick auf die Informationsveranstaltung, zu der Straßen.NRW und die Gemeinde für den 11. März, ab 18 Uhr in die Ansteler Schützenhalle eingeladen haben. Bereits am Donnerstag, 4. März stehen Mitarbeiter von Straßen.NRW zwischen 14 und 18 Uhr in Raum 1.12 des Dienstleistungszentrums für Erläuterungen zur Verfügung. Die Auslegung der Planunterlagen läuft noch bis zum 22. März.
Die Frist für etwaige Widersprüche der Bürger endet am 7. April. Inwieweit "Pro Natur und Heimat" davon Gebrauch machen wird, hängt vom weiteren Verlauf der Auslegung und den genannten Bedingungen ab. Am 24. März werden die Mitglieder der Bürgerinitiative ihr weiteres Vorgehen beraten.
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