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Rommerskirchen: „Brasilianische“ Kicker sehr schnell überwältigt

VON PETRA SCHIFFER - zuletzt aktualisiert: 21.10.2006 - 14:14

Rommerskirchen (NGZ). Rommerskirchen Die Abwehrkette stand rechtzeitig - doch der Widerstand war äußerst halbherzig und wurde innerhalb kürzester Zeit aufgegeben: Bereits um 11.15 Uhr war das Rommerskirchener Rathaus fest in Narrenhand.

Der Protest der Rathausmitarbeiter, die sich passend zur anstehenden Fußballweltmeisterschaft sehr farbenfroh als brasilianische Kicker verkleidet hatten, wurde lautstark von den Abordnungen der Karnevalsgesellschaft Rut-Wiess Rommerskirchen und den Ansteler Burgrittern übertönt.

Die beiden Wortführer der Karnevalsgesellschaften, Karl-Josef Eichel und Norbert Küttelwesch, stellten deutlich ihre Forderungen - und Bürgermeister Albert Glöckner fügte sich schnell in sein Schicksal. Dabei mochten es die Jecken in diesem Jahr besonders dramatisch: Der Bürgermeister musste auf die Knie sinken und die symbolische Gewalt für den Verwaltungssitz in ganzer Demut aushändigen. Anschließend übernahmen es die Frauen der Katholischen Frauengemeinschaft, seine Krawatte ein gutes Stück zu kürzen - und bauten den Entmachteten mit Küsschen wieder auf. „Darauf freue ich mich das ganze Jahr“, flirtete Glöckner.

Traditionell werden gleich zwei große Schlüsselexemplare für das Rommerskirchener Rathaus ausgehändigt, eins für das rut-wiesse Kinderprinzenpaar Prinz Adrian und Prinzessin Paula sowie eins für das Ansteler Dreigestirn Prinz Volker Linke , Bauer Peter Becker und Jungfrau Klausi Kirschner - damit beide großen Karnevalsgesellschaften auch gleich gehalten werden. Erstmals mussten sie sich bei der Demonstration ihrer jecken Macht übrigens nicht mit rot-weißen und blau-weißen Luftballons an den Rathausfenstern begnügen: Vier neue Fahnen in den Vereinsfarben wurden an repräsentativer Stelle gehisst.

Auf ausdrückliche Anweisung des Bürgermeisters, der - so lästerten böse Zungen - ja gern Regisseur spielt und die beiden großen Kräfte dazu bringt, zusammenzuarbeiten, zogen die Rot-Weißen die blau-weißen Fahnen in die Höhe - und umgekehrt. Apropos böse Zungen: Dass die neuen Fahnen so teuer waren, dass in diesem Jahr kein Freibier mehr für die Narren drin war, die beim Rathaussturm halfen, ist nur ein Gerücht. Die Eintrittskarten für die anschließende Weiberfastnachtsfeier im Center am Park (CaP) kosteten immerhin fünf Euro.

Die Narren - mit vielen bunten Hüten und Perücken, als Bienen und Bären verkleidet - nahmen es gelassen und unterstützten die Machtübernahme trotzdem stimmgewaltig, schunkelnd und mit schmetterndem dreifach „Gillbach Alau!“ Niemand war jedoch so ganz traurig, dass die Sache schnell über die Bühne ging, denn der Wind pfiff eisig und zwischenzeitlich fielen sogar ein paar kleine Schneeflöckchen.

„Es ist ein bisschen frisch, und wir wollen schließlich nicht, dass sich die Mädchen von der Tanzgarde verkühlen“, begründete Küttelwesch den straffen Ablauf. Wozu auch lange Diskussionen? Die Narren gewinnen früher oder später ja doch.

Quelle: NGZ


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