Rommerskirchen (NGZ). Die SG Rommerskirchen/Gilbach und die DJK Eintracht Hoeningen hoffen auf neue Plätze. Finanziell sind noch viele Fragen offen: Anfang März soll sich klären, inwiefern sich die Vereine an dem Projekt beteiligen können.
Rommerskirchen Noch vor wenigen Jahrzehnten war Kunstrasen bei Fußballern wegen der Gefahr deftiger Hautabschürfungen und -verbrennungen gefürchtet. Die Zeit ist nicht stehen geblieben, und schon seit langem gelten Kunstrasenplätze bei den Vereinen als das Nonplusultra. Dies gilt auch für die SG Rommerskirchen/Gilbach und die DJK Eintracht Hoeningen, die ihre überalterten Tennenplätze lieber heute als morgen gegen Kunstrasen tauschen würden.
Damit wird es allerdings noch eine Weile dauern, Skeptiker meinen gar, dass heute sechsjährige Fußballer am Gillbach erst als Volljährige auf Kunstrasen spielen werden. Wie immer dem sein mag, Planungskosten für zwei Kunstrasenplätze sollen im Haushalt vorgemerkt werden, nachdem im Herbst der CDU-Vorschlag abgelehnt wurde, hierfür Geld aus dem Konjunkturprogramm II zur Verfügung zu stellen. Ansonsten wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, in der nun die Vereine "Konzepte zur Übernahme finanzieller und materieller Verantwortung bei Bau und Betrieb der jeweiligen Kunstrasenplätze zu entwickeln und vorzustellen", wie es in einem Ratsbeschluss vom Dezember heißt.
Nur für "Bambinis"
Der einzige Kunstrasenplatz, den es in der Gemeinde bisher gibt, befindet sich auf dem Hoeninger Sportplatz. DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach, als Kind hier zuhause, übergab das Mini-Spielfeld im August der DJK. Reguläre Spiele können darauf aber nur die unter sechs Jahre alten "Bambinis" abhalten.
Die Arbeitsgruppe "hat noch viel Arbeit bis ins kleinste Detail vor sich", heißt es in einem Info-Brief, den die SPD kürzlich an alle Haushalte versandt hat. Klingt alles nicht danach, dass in absehbarer Zeit mit konkreten Ergebnissen zu rechnen ist. CDU-Fraktionschef Wolfgang Könen verweist darauf, dass die CDU den Wunsch der Vereine in den politischen Entscheidungsprozess eingebracht habe. Das "Langfristkonzept mit Vereinsbeteiligung" sei "ein neuer Versuch einer Lösung".
Nach Auskunft von Wilhelm Cremer, Vorsitzender der SG Rommerskirchen/Gilbach, haben die Vereine sich im Januar erstmals in der Arbeitsgruppe präsentieren können. Anfang März ist eine weitere Zusammenkunft geplant, bei der es um die finanziellen Möglichkeiten der Vereine gehen soll, sich an dem Projekt zu beteiligen.
In dem Ratsbeschluss vom Dezember wird unter anderem die Gefahr eines Haushaltssicherungskonzepts als einer der Gründe für die geringe Begeisterung zugunsten des Kunstrasens genannt. Das Kunststück, sich unter den Einschränkungen eines solchen Konzepts einen Kunstrasenplatz zu leisten, hat vor einigen Jahren die Gemeinde Jüchen geschafft, Ende 2009 kamen dort zwei weitere hinzu. Das Rezept hierfür ist zumindest früheren Verantwortlichen der SG Rommerskirchen/Gilbach bekannt. Schon als diese vor gut zehn Jahren ihren alten Sportplatz zugunsten einer Wohnbebauung aufgab, forderten die Fußballer, den Erlös für einen Kunstrasenplatz zu verwenden – was seinerzeit politisch nicht durchsetzbar war.
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