Neue Ratsmitglieder sind vereidigt (NGZO). Nach einigen Hürden, die es in der ersten Ratssitzung der Wahlperiode am Donnerstag Abend zu überwinden galt, sind Bürgermeister Albert Glöckner, seine beiden Stellvertreterinnen und die neuen Ratsmitglieder im Amt und vereidigt.
Rommerskirchen In Rommerskirchen ist alles etwas anders als in den Nachbarstädten. Diesem Ruf machte die kleinste Kommune im Kreis gestern Abend wieder alle Ehre. Mag die Atmosphäre der konstituierenden Ratssitzungen in anderen Gemeinden sachlich-konzentriert oder sogar feierlich sein, muss sie in Rommerskirchen eher mit etwas skurril beschrieben werden. Außerdem dauert alles etwas länger als anderswo, weil es Überraschungen oder Probleme gibt, mit denen vorher eigentlich so niemand rechnen konnte.
Üblich ist, dass der Alterspräsident die Sitzung leitet, bis der Bürgermeister in sein Amt eingeführt und verpflichtet ist. Unüblich dürfte dagegen sein, dass der grüne Ratsherr Jupp Kirberg als Ältester im Rat, nachdem er Albert Glöckner die Bürgermeisterkette umgehängt hatte, erst noch einmal gemütlich Platz nahm, um in einem durchaus ausführlichen Appell mit deutlichen Vorwürfen an die Ratsmannschaft der vergangenen Wahlperiode dafür zu werben, die Partnerschaft mit der französischen Stadt Mouilleron le Captif mit neuem Leben zu füllen. Der verwunderte Glöckner nahm es mit Humor und sprach der "Weisheit des Alters" das Recht zu, "mahnen zu dürfen".
Wirklich feierlich war nach diesem Auftakt auch die Einführung der Ratsmitglieder in Amt und Würden nicht: Während die am 30. August gewählten Vertreter ihre Verpflichtungserklärung, die per Beamer an die Wand geworfen worden war, ablasen, schaltete sich der Bildschirmschoner ein, und zwang zu einer unfreiwilligen Pause. Außerdem meckerte Norbert Hufschmidt (UWG), noch bevor alle wieder Platz genommen hatten, die Klimaanlage sei zu kalt eingestellt, und es ziehe. – Restlos unfeierlich gestaltete sich schließlich die Wahl der beiden Bürgermeister-Stellvertreterinnen. Denn trotz eines gemeinsamen Listenvorschlags aller Fraktionen stimmte in geheimer Wahl ein Ratsmitglied mit Nein. Konsequenz: Die Verwaltung musste in einer Sitzungsunterbrechung neue Wahlzettel erstellen, auf denen die Kreuze differenzierter verteilt werden konnten. Das Ergebnis: Maria Peiffer (SPD) erhielt 20 Stimmen und ist damit erste Vize-Bürgermeisterin, Martina Fünger (CDU) bekam 11 Stimmen.
Obwohl Glöckner in mehr als einem Zwischenton anklingen ließ, dass er selbst von der zum Teil deutlichen Vergrößerung der Ausschüsse nur mäßig begeistert ist, wurde dieser Punkt einstimmig abgehakt. In Zukunft sind alle Fraktionen des Rates auch stimmberechtigt in allen Ausschüssen vertreten. Längere Diskussionen schlossen sich anschließend wieder über die Frage an, wann in welcher Form und Größe des E-Mail-Dateianhangs die Sitzungsunterlagen verschickt werden sollten. Weitere Personalentscheidungen: Manfred Heyer (SPD) wird den Planungsausschuss leiten (Vertreter: Gottfried Leuffen), Bernd Klaedtke (SPD) den Liegenschaftsausschuss (Vertreter: Theo Paschen), Dr. Udo Flegel (SPD) den Ausschuss für Bildung und Ältere, Sport, Kultur und Freizeit (Vertreterin: Gabi Paulus), Wolfgang Könen (CDU) den Wirtschaftsausschuss (Vertreter: Ralf Steinbach), Heinz-Werner Vetten (CDU) den Personalausschuss (Vertreterin: Hildegard Haas), Gerhard Heyner (CDU) den Rechnungsprüfungsausschuss (Vertreter: Johannes Strauch) und Heinz-Peter Gless (SPD) den Wahlprüfungsausschuss (Vertreter: Stephan Kunz).
In einer kurzen "Regierungserklärung" nannte Bürgermeister Glöckner als die Herausforderungen der neu gestarteten Wahlperiode, die Gemeindefinanzen zu stabilisieren, den Bau der Umgehungsstraßen "nach den Wünschen der Bürgerschaft durchzukämpfen", das Modellprojekt "Schule der Zukunft" auf alle Grundschulen im Gemeindegebiet zu übertragen, für mehr Lebensqualität für ältere Menschen zu sorgen und den "Wohnwert" in Rommerskirchen weiter zu verbessern.
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