rommerskirchen (NGZ). Nettesheim-Butzheim (S.M.) Mit der feierlichen Proklamation des neuen Königspaars Horst und Brigitte Döling steht der Höhepunkt des Schützenfests der St. Sebastianus-Bruderschaft zwar erst am Montag bevor.
Gleichwohl wurde bereits am Wochenende kräftig gefeiert. Die Schützenpartymit der Roland-Brüggen-Band bescherte den Schützen volles Haus. Im rappelvollen Festzelt ging es bis in die späte Nacht hoch her.
Begonnen hatte das Schützenfest mit dem Böllerschießen der Artillerie und einem ersten Umzug des Bundestambourkorps „Amicitia“.
Das Regiment präsentierte sich dann erstmals beim Fackelzug, der mit der Totenehrung und dem Großen Zapfenstreich ausklang.
Brudermeister Johannes Fünger, der noch bis Montagmittag als Schützenkönig amtiert, widmete sich in seiner Ansprache der aktuellen Patriotismus-Debatte.
Derjenige, der als Deutscher seinem Land emotionslos gegenüber stehe, könne sich schwerlich für das schämen, was von Deutschen und in deutschem Namen getan wurde.
Ein solcher Patriotismus hat Fünger zufolge „nichts mit Nationalismus zu tun, sondern ist ein Bekenntnis zu den Werten und Leistungen der Gemeinschaft, in der man lebt.“
Ein solches Bekenntnis gäben auch die Bruderschaften für ihre Gemeinschaft mit den Idealen Glaube, Sitte und Heimat ab.
Fünger zitierte den ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau: „Ein Patriot ist jemand, der sein Vaterland liebt, ein Nationalist, ist jemand, der die Vaterländer der anderen verachtet.“
Ein derart verstandener Patriotismus sei „Voraussetzung, um Verantwortung für unsere Gesellschaft zu entwickeln.“
Fremdenfeindlichkeit, Nationalismus und Fanatismus seien ebenso wie ihre Resultate Terror, Leid und Krieg auch in unserer Gesellschaft präsent „und erfordern unsere Wachsamkeit“, stellte Fünger fest.
Dies gelte keineswegs nur abstrakt. In Rommerskirchen etwa erzählten Eltern „mit Angst über den anstehenden gefährlichen Einsatz ihres Sohnes zur Friedenssicherung in Afghanistan.“
Seine eigene Tochter habe während ihres Schüleraustausch in den USA über die Angst ihrer Gasteltern berichtet, nachdem einer der Söhne im Irak schwer verwundet worden ist.
Begegnet werden könne derartigen Bedrohungen nur dadurch, „dass unsere Werte und Leistungen nicht mit Füßen getreten, sondern verteidigt werden. Das Bekenntnis zu diesen Werten ist Patriotismus“, betonte Fünger.
Nach dem Festgottesdienst in St.Martinus und der Frühparade marschierte das Regiment am Sonntagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein durch die Straßen.
Unter dem Kommando von Generaloberst Hans-Heinrich Bongartz waren knapp 60 Züge in fünf Abteilungen unterwegs und bescherten dem Publikum mit gut 700 Marschierern einen der größten Festzüge der vergangenen Jahre.
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