Rommerskirchen (NGZ). In Ueckinghoven wird es kein großes Güllelager geben. Der Landwirt zog seinen Antrag zurück, nachdem der Gemeinderat bereits seine Ablehnung signalisiert hatte. Die Anwohner sind erleichtert.
Im Sommer 2008 schlug ein in Ueckinghoven geplantes Güllelager mit einem Volumen von 10 000 Kubikmetern bei Bürgern und Politikern hohe Wellen. Gestern Abend versandeten im Gemeinderat auch deren letzte Ausläufer fast geräuschlos: Wie Baudezernent Hans-Josef Schneider die Politiker informierte, hat der bauwillige Landwirt seinen Genehmigungsantrag beim Rhein-Kreis Neuss inzwischen zurückgezogen – das Güllelager wird es nicht geben.
Nachdem sich Anfang 2008 zunächst der Bauausschuss gegen das Vorhaben ausgesprochen hatte, verweigerte vor fast genau zwei Jahren der Gemeinderat sein Einvernehmen. "Seitdem haben wir nichts mehr von der Sache gehört", betonte gestern Rathaussprecher Elmar Gasten. Lärm geschlagen hatte seinerzeit eine "Initiative Ueckinghoven, Deelen, Oekoven", die die schon jetzt in diesem Bereich vorhandene Geruchsbelästigung nicht noch zusätzlich gesteigert wissen wollte. Ungewohnt scharfes rhetorisches Geschütz hatte auch Bürgermeister Albert Glöckner aufgefahren: "Die Bürger sollen nicht auf ihrer Terrasse sitzen und im stinkenden Dunst versinken." Gülle von fast 1000 Kühen hätte in Ueckinghoven zwischengelagert und anschließend als Dünger auf die umliegenden Felder verbracht werden sollen.
Klare Kante zeigte die Gemeinde vorsorglich auch gegenüber dem Rhein-Kreis Neuss, der für die Genehmigung zuständig gewesen wäre. Für den Fall, dass dieser die Verweigerung des Einvernehmens der Gemeinde nicht berücksichtigt hätte, kündigte Albert Glöckner seinerzeit eine Klage an. Dabei hätte die Gemeinde nach Auffassung ihres Rechtsanwalts Andreas Berstermann gute Karten gehabt. Ein Ansatzpunkt wäre die planungsrechtliche Frage gewesen, ob die Güllewannen am gewählten Standort zulässig gewesen wären. Ein anderes Problem war die Zuwegung, wobei die Gemeinde hier, wenn schon kein K.O.-Argument landen, so doch wohl nachhaltige Wirkungstreffer erzielen konnte: Sämtliche Zuwegungen zu dem geplanten Güllelager seien ungeeignet gewesen, dem Bodendruck von bis zu 40 Tanklastzügen am Tag standzuhalten, so Berstermann.
Die Verwaltung hatte Fachgutachten eingeholt. Auf deren Kosten wird sie allerdings sitzen bleiben, wie Schneider deutlich machte. Mit Erleichterung nehmen Anwohner die Rücknahme des Genehmigungsantrags zur Kenntnis: "Es wäre unsinnig gewesen, die ohnehin schon bestehende Belastung noch zu steigern, zumal auch der deutlich erhöhte Verkehr hinzu gekommen wäre", stellte gestern ein Bürger fest.
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