Rommerskirchen (NGZ). Ab Samstag bietet in Eckum das "Haus der Familie" ein Rundumangebot für Familien: Eine Hebamme, eine Musiktherapeutin und eine Pilates-Trainerin betreiben das Projekt gemeinsam. Die Nachfrage halten sie für gesichert.
Die Handwerker waren in den vergangenen Tagen noch fleißig zugange. Einzelne Kurse laufen bereits, doch eröffnet wird das "Haus der Familie" offiziell erst am Samstag. Die Musiktherapeutin Renate Schäkel, die Hebamme Jessica Friedrich und die Pilates-Trainerin Ulrike Ryback haben sich zusammen an dieses Projekt gewagt, doch von einem Sprung ins kalte Wasser kann nicht die Rede sein: Zu groß war die Nachfrage bei allen drei bislang auf eigene Faust tätigen Frauen bisher, als dass ihnen angesichts des Starts der Arbeit unter einem Dach bange wäre.
Während sich Ulrike Ryback mit Pilates-Kursen in Dormagen etabliert hat, platzte die im Februar 2009 im Gewerbegebiet an der Albert-Einstein-Straße eröffnete Hebammenpraxis von Jessica Friedrich angesichts des Andrangs schwangerer Frauen schon bald aus allen Nähten. Auch Renate Schäkel, die seit fünfeinhalb Jahren in Rommerskirchen wohnt, hat keinen Grund zur Klage: Mit ihren "Musikmäusen", für die sie musikalische Kurse für Babys und Kleinkinder anbietet, war sie bislang in den beiden evangelischen Kirchen in Frixheim und Eckum vertreten.
Zur Eröffnung
Die Eröffnung des "Hauses der Familie" ist am Samstag von 10 bis 14 Uhr vorgesehen. Vorgestellt werden die Räume an der Bahnstraße 68, und natürlich stehen auch die Dozenten für Gespräche zur Verfügung.
Dazu werden Gutscheine verlost. Kleine Gäste kommen etwa beim Kinderschminken auf ihre Kosten.
Aktuell hat sie bei den "Musikmäusen" in verschiedenen Gruppen insgesamt 40 Kinder im Alter von drei Monaten bis vier Jahren unter ihren Fittichen. Im Haus der Familie will die Musikpädagogin und -therapeutin jetzt auch "Hilfe für stille und zurückgezogene oder verstummte Kinder" anbieten: Im Gegensatz zu den Angeboten für Hyperaktive gibt es nach ihren Worten viel zu wenig Hilfen für diese Kinder.
"Eine lange Warteliste" zeigt, dass auf sie Arbeit wartet. Die drei Initiatorinnen des "Hauses der Familie" verstehen ihr Projekt als Rundumangebot für junge Familien. Wohl wissend, dass sie damit eine klaffende Lücke schließen. "Es gab in Rommerskirchen kein Yoga für Schwangere, ich musste für Pilates-Kurse nach Köln und Neuss fahren", berichtet Renate Schäkel.
Ein Projekt wie das "Haus der Familie" haben sie und Jessica Friedrich schon im Auge gehabt, als diese Ende 2008 in die Gemeinde gezogen war. Die ehemalige Zahnarztpraxis an der Bahnstraße 68 könnte nicht besser gelegen sein.
Betreuung und Fürsorge" sind für Renate Schäkel und Jessica Friedrich "die Ankerpunkte unseres Handelns." Über das "Startprogramm" hinaus planen sie bereits einen Ausbau des Angebots: Eine Ernährungsberaterin könnte ebenso bald im Haus der Familie tätig sein wie eine Sprachtherapeutin oder eine Yoga-Lehrerin. Angesichts der drohenden Versorgungslücke mit Hebammen wird Jessica Friedrich am Samstag auch Unterschriften für eine Petition an den Bundestag sammeln, die für eine "selbstbestimmte Geburt" eintritt.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.