Rommerskirchen (NGZ). Mehr als 500 Katzen wurden in diesem Jahr im Tierheim aufgenommen. 2009 lag der bisherige Höchstwert bei über 700. Im kommenden Jahr soll mit dem Bau von elf neuen Hundezwingern begonnen werden.
Die Zahlen steigen stetig: Waren es vor den Sommerferien noch 367 Katzen, die im Kreistierheim aufgenommen wurden, haben dort aktuell 518 eine neue Bleibe gefunden. Dass damit der 2009 erzielte Rekordwert von über 700 Tieren übertroffen werden könnte, ist für Margot Schneider, die Leiterin des Tierheims, eine durchaus realistische Perspektive – "auch wenn ich es nicht hoffe", wie sie jetzt anlässlich des Tags der Offenen Tür in Oekoven sagte.
Trotz des zeitweise ausgiebigen Regens fanden gut 400 Besucher den Weg ins Tierheim, eine Resonanz, die Uta Wegener als "sehr positiv" bewertet. Die Vorsitzende des Tierschutzvereins für den Rhein-Kreis Neuss zeigte sich enttäuscht darüber, dass die Gemeinde Rommerskirchen angesichts der strittigen Rechtslage keine Ordnungsverfügung zur Kastration der sich rasant vermehrenden und nur schwer vermittelbaren Katzen erlassen mag. Die sinnvollste Möglichkeit ist für Uta Wegener eine Gesetzesänderung: "Wenn es erst einmal im Tierschutzgesetz steht, haben wir eine Chance" – auch wenn sie weiß, dass "das bis zu zehn Jahren dauern kann". Gleichwohl sieht sie angesichts der Initiativen der Tierschützer für eine Kastrationspflicht immerhin den Vorteil, "dass wir damit deutschlandweit im Gespräch sind."
Tiere im Heim
Bei Nagern sind die Aufnahmezahlen etwa konstant geblieben. Außer 20 Kaninchen, einigen Chinchillas und etlichen Meerschweinchen beherbergt das Tierheim auch 15 Ratten. Diese stammen aus einer privaten Rattensammlung im Aachener Raum. Die meisten Tiere sind in der dortigen Region untergekommen.
Derzeit noch nicht völlig absehbar ist, ob sich der in den vergangenen Jahren deutlich gewordenen Trend weiter verfestigt, wonach es vor allem in den Wochen nach den Sommerferien zur Aussetzung unliebsamer Zweibeiner kommt – so etwa von Hunden, die aus dem Urlaub mitgebracht wurden. Aufgenommen worden sind in Oekoven dieses Jahr bislang 182 Hund, wobei diese deutlich besser als Katzen an neue "Herrchen" oder "Frauchen" vermittelt werden können: Derzeit befinden sich 29 Hunde im Tierheim. Zu ihren Gunsten plant der Tierschutzverein die Erweiterung des bisherigen Hundehauses um das Doppelte: "Wir haben den Bauantrag gerade abgegeben", berichtet Uta Wegener. Planungen hierfür gibt es schon seit der Errichtung des Tierheims 1973, doch akut sind diese erst in der jüngeren Vergangenheit geworden, "weil wir nicht mehr wissen, wo wir mit den Tieren hin sollen", wie die Vorsitzende der Tierschützer sagt. "100 000 Euro wird es wohl kosten", beziffert sie den erheblichen Aufwand. Der Verein hat eine Spendenaktion gestartet. "Ein solider Anfang ist da", so Uta Wegener, der zufolge 2011 mit dem Bau von elf weiteren Hundeszwingern begonnen werden soll.
Zumindest was die gleichfalls nötige Sanierung des bisherigen Hundezwingers angeht, hofft der Tierschutzverein auf die Unterstützung des Rhein-Kreises Neuss.
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