Rommerskirchen (NGZ). Mit dem "Rathaussturm" gaben die Jecken am Gillbach gestern den Startschuss für die kommenden Tage. Bis Aschermittwoch wird die Gemeinde nun vom "Rut-Wieß"-Kinderprinzenpaar Tim Kossler und Lilly Miernik regiert.
Rommerskirchen Entsprechende Gerüchte kursierten bereits seit Tagen in der Gemeinde, doch die Geheimdienste des Rathauses haben einmal mehr auf ganzer Linie versagt: Was die Jecken der Gemeinde nicht verwunderte, denn als sie gestern ohne jede Gegenwehr endgültig die Macht am Gillbach eroberten, trafen sie unter den Rathaus-Insassen ausschließlich auf ihresgleichen.
Bürgermeister Albert Glöckner trat ihnen als einstiger napoleonischer Offizier entgegen, der sich inzwischen als Piraten-Kapitän verdingt, und ein Großteil der Besatzung freute sich in Sträflingskluft über die närrischen Befreier. Die schneidende Kälte ließ diesmal nur die am härtesten gesottenen Jecken an der Bahnstraße aufmarschieren. Bis Aschermittwoch wird die Gemeinde nun vom "Rut-Wieß"-Kinderprinzenpaar Tim Kossler und Lilly Miernik regiert, für die "Ansteler Burgritter" nahm deren Vorsitzender Franz-Günther Herbel mangels eines amtierenden Dreigestirns einen überdimensionalen Rathausschlüssel entgegen. Gleich nach der formellen Machtübergabe auf der Rathaustreppe ging es ins deutlich wärmere Foyer, wo die geknechteten Rathaus-Bediensteten ihre Befreier mit Brötchen und Getränken zuhauf bewirteten. Geschunkelt und gesungen wurde natürlich auch – für die musikalische Karnevalsverpflegung sorgten in bewährter Manier wieder die Eckumer Hobbymusikanten.
Keine Vorkommnisse
Ralf Hoffmann genoss seinen ersten "Rathaussturm" als angenehme Abwechslung. Seit vergangenem Jahr ist der Hauptkommissar neuer Bezirksbeamter der Polizei. Anders als in Grevenbroich und Wevelinghoven, wo er an Weiberfastnacht in den Vorjahren tätig war, war Rommerskirchen gestern die Ruhe selbst.
Dass die bisherige Session nichts zu wünschen übrig gelassen hat, machte Albert Glöckner in seiner bis kommenden Mittwoch letzten Ansprache als Bürgermeister deutlich: Allein die vier Sitzungen der KG "Rut-Wieß" wurden von 2500 Menschen besucht. An den Karnevalstagen hat die Gesellschaft noch ein strammes Programm vor sich.
Nach dem Rathaussturm ging es zum CaP, zum Seniorenkarneval der evangelischen Kirche, zum Lokalsender NE-WS 89.4 , während den Abschluss eine Stippvisite beim Narrentreiben in Frixheim bildete. "Absolut pflegeleicht" sei das Kinderprinzenpaar, zeigte sich gestern "Rut-Wieß"-Chef Jürgen Schulz höchst erfreut über die Kondition der Beiden. Heute können sie noch einmal eine Schippe drauflegen und ihre Altersgenossen besuchen: In insgesamt neun Kindergärten wird das Prinzenpaar im Lauf des Tages Hof halten, ehe am Sonntag der große Festzug als Höhepunkt wartet. Auch die "Burgritter" zeigten sich agil und feierten zumeist im Zelt auf dem Rewe-Parkplatz, das Herbel dort schon seit Jahren aufstellen lässt.
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