Rommerskirchen (NGZ). Die Chancen für den Erhalt des Kindergartens "Gillbachspatzen" in Butzheim stehen schlecht: Er sei "ungeeignet" für die Betreuung von Kleinkindern, so Bürgermeister Albert Glöckner.
Ob die Kindertagesstätte Sonnenhaus in Rommerskirchen plangemäß für unter dreijährige Kinder erweitert werden kann, ist derzeit ebenso fraglich wie die beabsichtigte Schaffung weiterer Plätze für die Betreuung von Kleinkindern in der Frixheimer "Pusteblume". "Der Optimismus, den wir vor der Sommerpause hatten, ist etwas verflogen", erklärte Dezernent Elmar Gasten jetzt im Gemeinderat. Die Bewilligung der nötigen Zuschüsse stehe zurzeit "etwas in den Sternen".
Der Grund: Landesmittel würden aktuell vorrangig "notleidenden Kommunen" zur Verfügung gestellt. Und zu denen gehört Rommerskirchen nicht. Die UWG-Fraktionsvorsitzende Ulrike Sprenger nahm dies zum Anlass, die Erweiterung des "Sonnenhauses" um eine fünfte Gruppe prinzipiell in Frage zu stellen. Ihre Befürchtung: "Sie würde das Chaos, das in diesem Kindergarten ohnehin schon herrscht, noch vergrößern", so dass die geplante Investition de facto "rausgeschmissenes Geld" sei.
Mehr Platz für Kinder
In den Kindergärten Hoeningen und Evinghoven wurden ebenso wie in Anstel neue Plätze für die Betreuung von Kleinkindern geschaffen. Im Ansteler "Abenteuerland" sind noch Restarbeiten zu erledigen. Gekostet hat das Ganze 470 000 Euro. Aktuell gibt es 82 Plätze für Kleinkinder, bis 2013 sollen es 93 werden.
Stattdessen sprach sich die UWG-Fraktionschefin für eine Erhalt der von der Schließung bedrohten Tagesstätte "Gillbachspatzen" in der Butzheimer Begegnungsstätte aus. In Butzheim gebe es wieder mehr Bedarf, und im Übrigen sei es "den Eltern zuzumuten, ein Angebot anzunehmen, auch wenn es einen Kilometer entfernt liegt." Grundsätzlich anderer Meinung ist Bürgermeister Albert Glöckner: Erzieherinnen im "Sonnenhaus" gingen in Elternzeit und kehrten daraus zurück, was zuletzt zu "Wellenschlägen" geführt habe: "Das ist kein Chaos, sondern normal", so Glöckner. Dies auszuschließen sei nur möglich, wenn überhaupt keine Frauen beschäftigt würden, "und das will ja niemand", betonte der Bürgermeister.
Düster sieht es offensichtlich für den Kindergarten "Gillbachspatzen" aus, dessen Schließung im Frühjahr angekündigt worden war: Zwar engagieren sich die Eltern nach wie vor für den Erhalt der im Sommer zehn Jahre alt gewordenen Einrichtung, doch die Gemeinde setzt derzeit vor allem auf die Schaffung von U-3-Plätzen. Die "Gillbachspatzen" sind im ersten Stock der Begegnungsstätte untergebracht – "das ist für den Kleinstkinderbereich nicht geeignet", so der Bürgermeister. Ulrike Sprenger hielt er entgegen, dass "das Kindergartenangebot da sein muss, wo die Menschen sind. Nicht jede Familie verfügt über einen Zweitwagen und kann längere Wege zurücklegen." Was die stockenden Zuschüsse angeht, ist für Albert Glöckner das letzte Wort noch nicht gesprochen. Er zählt auf die Hilfe von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke.
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