Rommerskirchen (NGZ). Rommerskirchen Das Projekt genießt die höchste Geheimhaltungsstufe. Nur Landrat Dieter Patt und der Rommerskirchener Bürgermeister Albert Glöckner sind eingeweiht. Es geht um eine brisante Ansiedlung: Ein großes Rechenzentrum der RWE Energie AG soll möglicherweise in Rommerskirchen gebaut werden.
Dafür sind dem Vernehmen nach höchste Sicherheitsanforderungen vorgesehen, wie sie von anderen Rechenzentren des Konzern bekannt sind. Die Pläne sind noch so geheim, dass nicht einmal der Rommerskirchener Gemeinderat informiert wurde.
Sicherheit
Der Rommerskirchener Bürgermeister Albert Glöckner bestätigt auf Anfrage der NGZ, „dass es Gespräche mit RWE gibt“. Die Ansiedlung eines Rechenzentrums sei in ein Gesamtpaket eingebunden, das Landrat Dieter Patt und Dr. Henning Rentz, Leiter der Energiepolitik bei der RWE AG für die Region geschnürt haben. In diesem „Lokalen Energiepakt“,der vielfältige Aktionen von RWE Power im Rhein-Kreis Neuss vorsieht.
Das Thema soll in der kommenden Woche im Kreisausschuss des Rhein-Kreises behandelt werden. Wie konkret das Projekt „Rechenzentrum“ für Rommerskirchen bereits ist, zeigt ein Brief von Patt an Rentz vom 26. Februar.
Darin heißt es: „Mit einer klaren Standortentscheidung zur Ansiedlung des RWE-Rechenzentrums auf dem Gebiet der Gemeinde Rommerskirchen, die in direktem Zusammenhang mit dem Neubau der beiden BoA-Blöcke vor den Toren Rommerskirchens zu sehen ist, würde Ihrerseits ein weiteres deutliches Signal für die Bevölkerung gesetzt.“
Noch ist die Entscheidung für Rommerskirchen nicht gefallen. Und Glöckner weiß: „Es stehen noch mehrere Standorte in Deutschland zur Debatte.“ Doch er rechnet mit einer baldigen Entscheidung: „Ich hoffe, dass die Würfel noch in diesem Monat fallen werden“, so der Bürgermeister auf Anfrage der NGZ.
Die Zeit drängt - auch für ihn. Er hat in einem Rommerskirchener Gewerbegebiet eine Fläche von insgesamt 14 000 Quadratmetern für das Rechenzentrum reserviert. Wie von anderenRWE-Schaltstellen bekannt,ist für diese Fläche Sicherheit höchstes Gebot.
So kann die Gemeinde das weitere Gebiet erst dann vermarkten, wenn die Entscheidung über das Rechenzentrum gefallen ist. Bekommt Rommerskirchen den Zuschlag, so dürfen in dem weiteren Gewerbegebiet nur bestimmte Betriebe angesiedelt werden, von denen keinerlei Gefahren ausgehen können. In Klartext: Dort kommen nur Büronutzungen in Frage.
Kraftwerk-Steuerung
Von diesen Rechenzentren aus werden die Kraftwerke gesteuert. Das erklärt die großen Sicherheitsanstrengungen. Denn von diesen Zentren hängt ein großer Teil der deutschen und europäischen Energieversorgung ab. Um eine höchstmögliche Sicherheit zu gewährleisten soll ein großer Teil unterirdisch in eine Art Bunker gebaut werden.
Auch an die Umgebung dieser Zentren stellt RWE sehr hohe Sicherheitsanforderungen, um möglichst alle Eventualitäten eines Unfalls oder eines Anschlags auszuräumen. So dürfen keine Betriebe, in denen mit brennbaren Stoffen gearbeitet wird, in der Nähe siedeln.
Hochsensibler Bereich
In Grevenbroich arbeitet bereits seit Jahren ein solches Rechenzentrum. Lange hatte RWE Power auch Pläne verfolgt, das neue Rechenzentrum in Grevenbroich anzusiedeln Noch zu Zeiten des ehemaligen Kämmerers und Beigeordneten Burkhard Drescher war dazu das Lange-Walker-Gelände vorgesehen.
Erst als die Altlasten auf dieser Industriebrache sich als unüberwindbares Hindernis insbesondere für den Bunker darstellten, rückten RWE und die Stadt Grevenbroich von diesen Plänen ab.
Dem Vernehmen nach will RWE ein großen Teil der Rechenzentren in Deutschland konzentrieren. Zurzeit laufen noch einige dieser Zentren unter anderem in Osteuropa. Sie sollen stärker an das deutsche Netz heranrücken.
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