Rommerskirchen (NGZ). Rommerskirchen (S.M.) Der Europameisterschaft hätte es nicht unbedingt bedurft, um an der Gillbachgrundschule das Fußballfieber grassieren zu lassen: Der Enthusiasmus für den Fußball ist dort nämlich ohne äußeren Anlass voll entbrannt. Und das liegt in erster Linie an der im April gegründeten Fußball AG.
Kurz nach dem ersten Fußballturnier der Rommerskirchener Grundschulen stand gestern der zweite Höhepunkt ins Haus: Die AOK machte auf ihrer Bolzplatztour Station am Gillbach. 60 Kinder hatten den Vormittag über Gelegenheit, mit den beiden Ex-Profis Marcel Witeczek (Bayern München, Borussia Mönchengladbach) und Michael Klinkert (Schalke 04 und Mönchengladbach) eifrig zu trainieren.
Das Bewerbungsschreiben der Gillbachschule hat die AOK offensichtlich überzeugt: Regionaldirektorin Marion Schröder zufolge erhielt die Rommerskirchener Einrichtung unter 14 Schulen den Zuschlag. Auch wenn keine ehemaligen Bundesliga-Stars das Training leiten, ist in der Gillbachschule dafür gesorgt, dass die Kinder der Fußball AG - auch etliche Mädchen sind dabei - nicht einfach nur herumbolzen, sondern gekonnte Dribblings und gepflegtes Passspiel lernen.
Dafür sorgt Lehramtsanwärterin Anne Lögering, die seit Februar dort Deutsch und Sport unterrichtet. Seit ihrem sechsten Lebensjahr spielt die Referendarin Fußball, unter anderem kickte sie für den VfL Osnabrück. Zudem ist sie im Besitz eines Trainerscheins. Seitdem „geht bei uns das Runde in das Eckige“, wie Schulleiterin Elke Lorleberg sagt.
Die Kinder der Fußball AG, in der etwa 40 Dritt- und Viertklässler mitmachen, musste sie nicht lange überzeugen. „Erfolg ist eines von vielen Zielen“, beschreibt Anne Lögering die Konzeption der neuenFußball-Arbeitsgemeinschaft. Zum Zuge kommen sollen gerade auch solche Kinder, die es in einem Fußballverein schwer haben.
Motivation steht daher ganz obenan und das Fußball-ABC lässt sich auch von denen erlernen, die keine geborenen Beckenbauers sind. Beim Fußballturnier vor wenigen Tagen ist es denn auch gar nicht so schlecht gelaufen: Immerhin kam das Team der Gillbachschule ins Endspiel, wo es der Hoeninger Kastanienschule unterlag. „Ich hoffe, dass wir in zwei Jahren erfolgreich sind“, sagt die Trainerin.
„Die Kinder haben gekämpft“, lobt Elke Lorleberg, bei der ebenfalls vor geraumer Zeit das Fußballfieber ausgebrochen ist. Vor kurzem war sie beim 3:1-Heimsieg des 1.FC Köln erstmals in einem Stadion, da etliche Kinder der Gillbachschule mit den Spielern einlaufen konnten. Nicht nur die waren am Ende begeistert, auch Elke Lorleberg ist angesichts des eindrucksvollen Spektakels zum Fußballfan geworden.
Begeisterung allein genügt natürlich nicht - wichtig ist auch die Ausstattung mit den richtigen Utensilien und dazu hat gestern nicht allein die AOK ihren Beitrag geleistet: „Ihr habt das großartig gemacht“, lobte Marion Schröder den Trainingsfleiß der Kinder und überließ ihnen je zehn Fuß- und Handbälle und 70 Trikots.
Hausmeister Friedel Abts, der gestern mit einer Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet wurde, spendierte zum Abschied jeder Klasse einen Ball.
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