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Rommerskirchen: Rat entscheidet über Gas-Lieferanten

VON SEBASTIAN MEURER - zuletzt aktualisiert: 09.02.2012

Rommerskirchen (NGZ). Spätestens im September wird der Rat über einen neuen Konzessionsvertrag bei der Gasversorgung entscheiden.

Info

Gas-Vertrag

Konzession Jeder Betreiber eines Energienetzes ist für die Nutzung von Straßen und Wegen auf eine Genehmigung der jeweiligen Kommune angewiesen.

Vertrag Erteilt wird diese Genehmigung per Vertrag

Abgabe Etwa 23 000 Euro

Die CDU will eine Befristung auf zehn Jahre. Alle Indizien sprechen dafür, dass der neue Konzessionsnehmer auch der alte sein wird – die Rhenag AG.

Vergangenes Jahr ging es um den Strom, jetzt steht der Konzessionsvertrag fürs Gas auf der Tagesordnung des Rates. Das Abkommen der Gemeinde mit der Rhenag AG läuft am 25. Oktober aus, bis dahin muss ein neuer Vertrag geschlossen werden. Dafür ist eine Ausschreibung nötig, da neben der Rhenag auch die Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg, die Stadtwerke Krefeld und RWE als Mitbewerber auftreten.

Theoretisch denkbar wäre es für die Gemeinde, die Gasversorgung in eigener Regie zu betreiben, wofür sie das Gasnetz kaufen oder pachten müsste. Die Aussichten dafür dürften angesichts der Kosten gering sein. In Sachen Strom hatte die Gemeinde diese Möglichkeit prüfen lassen. Für das Stromnetz hätte sie rund 14 Millionen Euro zahlen und Schulden aufnehmen müssen – bei jährlichen Zinsen von 550 000 Euro. Auch wenn die Kosten nicht eins zu eins übertragbar sind – klar ist, dass auch das Gasnetz nicht als "Schnäppchen" zu haben sein würde.

Kämmerer Hermann Schnitzler sähe angesichts der deutlich geringeren Konzessionsabgabe noch stärkere Risiken, wollte die Gemeinde ernsthaft versuchen, eine eigene Betreibergesellschaft zu bilden. CDU-Fraktionschef Wolfgang Könen dürfte für die große Mehrheit des Rats sprechen: "Einen eigenen Einstieg in das Gasgeschäft sehe ich derzeit für die Gemeinde nicht." Könen regt an, über eine kürzere Laufzeit für den auf 20 Jahre befristeten Vertrag nachzudenken: "Man sollte sich nach zehn Jahren ein Sonderkündigungsrecht einräumen lassen, um die Entwicklung des Markts neu zu beurteilen."

Könens SPD-Pendant Martin Mertens verweist darauf, dass Rechtsanwalt Andreas Berstermann, der juristische Berater der Verwaltung, das Verfahren managen werde. Berstermann solle die Kriterien entwickeln. Mertens rechnet damit, dass der Rat "Mitte des Jahres" über den neuen Konzessionsvertrag entscheide. Ob dies noch vor der Sommerpause oder erst im September der Fall sein werde, vermag er nicht zu sagen

Die Verwaltung rät den Politikern zu einem neuen Konzessionsvertrag mit einer "bis zu 20-jährigen Laufzeit", wobei lediglich von "einem geeigneten Konzessionsnehmer" die Rede ist. Dazu, wen sie selbst favorisieren, mögen sich Könen und Mertens keine Stellungnahme entlocken lassen. Alles andere als ein neuer Vertrag mit der Rhenag käme jedoch einer handfesten Sensation gleich.

Beim Strom wurde im September vergangenen Jahres ein neuer Vertrag mit dem bisherigen Partner RWE geschlossen. Ähnliches ist auch beim Gas zu erwarten, zumal sich die Rhenag, so als Sponsor der DJK Hoeningen, stark in der Gemeinde engagiert.

Quelle: NGZ


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