Rommerskirchen (NGZ). Butzheim (S.M.) Nicht nur der Sommermarkt des Vereins „Pro Rommerskirchen“ feierte am vergangenen Sonntag Premiere - auch das „Rock(y) Greenteam“ präsentierte sich erstmals der Öffentlichkeit:
Im zentralen Zelt auf dem Marktplatz machten Sophia Beutner aus Butzheim und ihre Freundinnen Janina Büsgen, Bianca Schaefer, Monika Quodt, Larissa Schmitz und Nadine Escher auf ein Problem aufmerksam, das bisher ihrer Meinung nach zu Unrecht weniger Aufsehen erregt hat als andere ökologische Missstände.
Hunderte von Delfine - nach Schätzungen englischer Wissenschaftler könnten es sogar bis zu 2000 sein - ertrinken nach offiziellen Schätzungen der britischen Regierung alljährlich in den Fischereinetzen, die im Ärmelkanal eingesetzt werden, wobei die Tiere oft grausam verstümmelt werden, ehe sie sterben.
Verschiedene Untersuchungen belegten der Umweltschutzorganisation Greenpeace zufolge eindeutig, dass die zwischen Oktober und Mai vonstatten gehende Jagd nach dem immer seltener werdenden Wolfsbarsch der Hauptgrund für das Delfinsterben sei. Bei dieser Form der Fischerei werden riesige Netze eingesetzt, die die gesamte Wassersäule abfischen.
Dabei geht es um so genannte „Gespann-Schleppnetze“, die von zwei Schiffen gezogen werden und vor denen es für Meerestiere kein Entkommen gibt: „Delfine werden mitgefischt und weggeworfen“, beschreiben die Mädchen des „Rock(y) Greenteams“ eine Praxis, der sie gern ein Ende gesetzt sähen.
Ganz auf eigene Faust mochten die Schülerinnen dabei nicht handeln, nachdem sie sich erst einmal sachkundig gemacht hatten. Vor etwa sechs Wochen haben sie auf eigene Initiative Kontakt zu Greenpeace in Köln aufgenommen, berichtet Brigitte Beutner, die Mutter der elfjährigen Sophia, die ihnen in der einen oder anderen organisatorischen Frage zur Seite stand - für die frühere Leiterin des Jugendtreffs „GIL’ty“ und bis 2007 amtierende Vorsitzende des Gemeindejugendrings eine Übung der leichteren Art.
Den Löwenanteil der Arbeit haben dagegen ihre Tochter und deren Freundinnen geleistet: Auf ihrem Stand am Marktplatz hatten die Mädchen Fotos angebracht und sich mit geeignetem Informationsmaterial bestens versorgt, um die Besucher des Sommermarkts für ihr Anliegen zu interessieren.
Wildfremde Leute anzusprechen und sie um ihre Unterschrift zu bitten, mag nicht jedem liegen, doch das mit Greenpeace mittlerweile auch organisatorisch verbundene „Rock(y) Greenteam“ meisterte die ihm völlig unvertraute Aufgabe mit Bravour.
Brigitte Beutner zufolge haben die Schülerinnen sich vorher unter anderem in Rollenspielen intensiv auf die für sie nun wirklich nicht alltägliche Situation vorbereitet und ganze Arbeit geleistet: So konnten die sechs Mädchen beim Sommermarkt am Sonntag genau 494 Unterschriften sammeln - in derlei Dingen geübtere Aktivisten der Umweltschutzorganisation dürften angesichts eines solchen Ergebnisses sicherlich anerkennend staunen.
Eine Eintagsfliege soll das Engagement des „Rock(y) Greenteams“ übrigens nicht bleiben. Beteiligen wollen sich Sophia Beutner und ihre Freundinnen auch an der großen „Greenpeace-Urwald-Sause“, die sich für den Erhalt der tropischen Regenwälder starkmacht.
Für die sechs Mädchen des „Rock(y) Greenteams“ jedenfalls ist es ausgemachte Sache, dass sie im August bei einem vorbereitenden Treffen in Köln mit von der Partie sein werden - wobei sie natürlich auch ihr Engagement zugunsten der ihnen am Herzen liegenden Delfine fortsetzen wollen.
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