Rommerskirchen (NGZ). Das Vereinslokal "Zum alten Posthorn" ist seit 2011 geschlossen. Die St.-Sebastianus-Bruderschaft will daher das Jugendheim St. Briktius umbauen. Bruderschaft und Kirche hoffen auf Unterstützung der Gemeinde.
Für die St.-Sebastianus-Bruderschaft war es ein gehöriger Schock, als vergangenes Jahr die Gaststätte "Zum alten Posthorn" dicht machte: Jahrzehnte lang war sie das Vereinslokal, in dem die Schützen nicht allein ihre Versammlungen abhielten. Die Hiobsbotschaft traf die Bruderschaft umso mehr, als sie erst wenige Monate vor der Schließung ihren in der Gaststätte befindlichen Schießstand modernisiert hatte. Glück im Unglück: "Wir hatten den Stand so mobil wie möglich gebaut", berichtet Brudermeister Michael Schaaf. Inzwischen sind große Teile der Anlage demontiert, wobei nun nicht allein für den Schießstand eine neue Bleibe gesucht wird.
Projekt St. Briktius
"Zukunft heute" und St. Briktius
Gestrichen eine Gruppe des Kindergartens
U3-Plätze 2010/2011 sind sechs Betreuungsplätze für Kleinkinder entstanden
Kosten Rund 200 000 Euro
Jugendheim Der Kindergarten nutzt das Erdgeschoss des Heims
Einzig realistische Alternative ist das Jugendheim von St. Briktius am Roncalliplatz. Erste Kontakte mit der Kreispolizei hat es Michael Schaaf zufolge bereits gegeben. Das Ergebnis: Soll dort der Schießstand installiert werden, muss der Saal des Jugendheims durch eine Trennwand geteilt werden. "Zudem muss die Wand verschiebbar sein, da der Saal ansonsten nicht mehr für Feierlichkeiten genutzt werden könnte", sagt Michael Schaaf. Umbaumaßnahmen werden nötig sein, um den bisher eher für größere Veranstaltungen geeigneten Saal "multifunktional" zu machen: Nicht immer könne der große Raum beheizt werden, wenn sich eine kleinere Gruppierung treffe, sagt Schaaf.
Mit Willi Hermanns, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Kirchenvorstands, will die Bruderschaft jetzt ein Nutzungskonzept erstellen, auf dessen Basis dann ein Kosten- und Finanzierungsplan ausgearbeitet werden kann. Schaaf lässt keinen Zweifel daran, dass es bei der Nutzung des Jugendheims nicht nur um die Schützen geht: "Das Projekt, das jetzt von der Bruderschaft angestoßen wird, betrifft das ganze Dorfleben." Dies sieht auch Willi Hermanns so: "Wir sind uns einig, dass man zu einer vernünftigen Lösung kommen muss."
Gleichwohl betont er die engen Rahmenbedingungen: Im Rahmen des kirchlichen Sparprogramms "Zukunft heute" sei das Jugendheim "nur mit Mühe und Not erhalten geblieben", so Hermanns. Vom Erzbistum sei für einen Umbau kein Geld zu erwarten: "Köln gibt dafür nichts." Hermanns schätzt, dass unter dem Strich schnell Kosten in Höhe von 50 000 bis 60 000 Euro herauskommen könnten. "Wir hoffen auf eine Unterstützung durch die Gemeinde Rommerskirchen", sagt der stellvertretende Chef des Kirchenvorstands. Willi Hermanns verweist darauf, dass andere Ortschaften über eigene Schützenheime verfügten, was für Oekoven, Deelen und Ueckinghoven angesichts der zu hohen Kosten definitiv nicht geplant sei.
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