St. Sebastianus-Bruderschaft (NGZO). Schützen in Nettesheim-Butzheim hielten Generalversammlung/ Bemühen um Königsaspiranten
Nettesheim-Butzheim (S.M.) Der Schock bei den Schützen sitzt immer noch tief. Eine der ältesten Bruderschaften im Land hätte fast ohne König dagestanden. Es war eine haarscharfe Angelegenheit und für die Mitglieder der St. Sebastianus-Bruderschaft eine gänzlich ungewohnte Situation: Beim Schützenfest im September drohte der im Jahr 1300 gegründeten Bruderschaft erstmals während ihrer dokumentierten Geschichte die realistische Gefahr, ohne einen Schützenkönig da zu stehen.
In letzter Minute
Zum Vogelschuss war niemand angetreten und die darauf folgenden Gespräche schienen im Sande zu verlaufen, so dass sich Brudermeister Johannes Fünger und seine Mitstreiter schon mit dem Gedanken an ein "königsloses" Schützenfest 2010 vertraut machten. Aus der Klemme half der Bruderschaft dann Wiegbert Maak, der bereits im Jahr 2000 König war und wenige Tage nach dem Fest gemeinsam mit seiner Frau Susanne zum zweiten Mal gekrönt wurde.
Die jetzige Generalversammlung der Schützen in der Butzheimer Begegnungsstätte Alte Schule stand noch ganz unter dem Eindruck der ungemein zähen Königsfindung. Und so verzichtete Johannes Fünger auf den ansonsten obligatorischen Festrückblick: Stattdessen hatten die rund 70 anwesenden Mitglieder das Wort und sollten ihre Meinung kundtun, woran es denn gelegen haben könnte, dass es einen König diesmal buchstäblich in allerletzter Sekunde gegeben haben könnte.
Die vielstimmig geführte Diskussion in der von den Schützen wiederhergestellten Begegnungsstätte förderte im Grunde wenig Überraschendes zutage: Neben dem Repräsentationsaufwand mit vielen zusätzlichen Terminen schrecken manch einen durchaus amtswilligen Brauchtumshüter nicht zuletzt die Kosten, die mit der Königswürde verbunden sind. Wobei hier allerdings erfahrungsgemäß nicht immer auf einer gesicherten Faktenbasis diskutiert wird und zuweilen die Gerüchte ins Kraut schießen.
Wolfgang Eßer, der im September abgedankte König, bot allen Zügen an, sie mit den nötigen Informationen darüber auszustatten, was auf einen König zukommt – nicht allein in finanzieller Hinsicht. Gerade auch für jüngere Züge dürfte dies interessant sein, ist Schriftführer überzeugt. Etwas schwerer zu lösen sein wird das allen Schützenvereinen bekannte Problem, das potenzielle Königsaspiranten beim Griff nach dem Thron am Veto ihrer besseren Hälften scheitern.
Nach dem Schützenfest ist auch bei der Bruderschaft wieder vor dem nächsten Schützenfest. Und so blickte Geschäftsführer Andreas Heinrichs bereits auf das Jahr 2010 voraus: Die nötigen Verträge mit Schaustellern und Musikern sind, zumindest mehrheitlich, bereits unter Dach und Fach. Den offiziellen Schlusspunkt unter die Aktivitäten dieses Jahres setzt die St. Sebastianus-Bruderschaft am 28. November: Am Samstag vor dem ersten Advent lädt sie traditionell das ganze Dorf zur Weihnachtsfeier in die Begegnungsstätte ein, wo auf Jung und Alt ein abwechslungsreiches Programm wartet. Beginn ist wie immer um 15 Uhr, zuvor wird natürlich der große Weihnachtsbaum vor der Alten Schule geschmückt.
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