Rommerskirchen (NGZ). In der Hundeschule Haberland in Nettesheim steht "Dogdance" auf dem Programm. Anspruchsvolle Bewegungsabläufe begleiten diese intensive Begegnung von Mensch und Tier.
Kalle tobt durch die Halle. Der Mops flitzt zwischen drei bis vier Mal so großen Artgenossen umher und frönt seinem Spieltrieb. Die Hundebande tollt herum, begrüßt sich aufgeregt und beschnüffelt sich begeistert. Ein Ritual, mit dem jede Stunde beginnt, während der sich Herrchen, Frauchen und ihre Vierbeiner zum "Dogdance" treffen.
Es ist Donnerstagabend: "Die Hunde lernen Tricks und Kunststücke kennen", sagt Tanja Haberland. Sie hat vor zwei Jahren eine Hundeschule an der Martinusstraße in Nettesheim eröffnet und lag mit ihrer Idee genau richtig, auch "Dogdance" in ihr Angebot mit aufzunehmen. Übersetzt man den englischen Begriff wörtlich, kommt man auf den etwas diffusen Begriff "Hundetanz". Sicher, im Hintergrund läuft Musik – "Sweet Home Alabama" –, doch die lässt die Hunde unbeeindruckt.
Lebenstraum erfüllt
Tanja Haberland (41) wohnt in Oekoven und hat sich mit ihrer Hundeschule vor zwei Jahren einen Lebenstraum erfüllt. Sie ist Tierpsychologin, Physiotherapeutin für Hunde und verfügt über ein Zertifikat als artgerechte Hundeausbilderin.
Infos unter 0 21 83 / 80 65 35 und im Internet auf www.hundeschulehaberland.de
"Es geschieht alles ohne Druck", betont Tanja Haberland. Dressiert, gar abgerichtet werden die Tiere also nicht, vielmehr geht es darum, die Hunde in einer Art und Weise zu beschäftigen, die sich vom stupiden Gassi-Gehen fundamental unterscheidet und dabei auch gewisse Kopfarbeit einfordert. Den Tieren gefällt's, das spürt man recht schnell, wenn man sieht, wie Kalle, Rasty, Willow, Hannes, Joey und Rocky auf die stillen Kommandos ihrer Besitzer reagieren – und dabei natürlich ab und an auch ein Leckerli erhaschen können.
Es sind Bewegungsabläufe wie rollen, drehen ("Twist"), Slalom durch die Beine oder "einparken", also rückwärts zwischen den Beinen hindurchgehen. "Joey hat immer Spaß", betont seine Besitzerin, die wöchentlich aus Wevelinghoven zum "Dogdance" nach Nettesheim kommt. Bei diesem Training, das aus kleinen Choreographien besteht, wird die Nähe zwischen Mensch und Tier, dieses Aufeinander-Bezogen-Sein, förmlich greifbar.
Labradudel Willow – eine Kreuzung aus Labrador und Königspudel – ragt aus der Reihe der "tanzenden" Hunde etwas heraus. Er ist ein Behinderten-Begleithund und folgt Frank Freyer, der auf den Rollstuhl angewiesen ist, durch den Tag. "Ich kann ihm sogar Geld geben zum Bezahlen", beschreibt der Mann aus Niederaußem die erstaunlichen Fähigkeiten seines treuen Gefährten, der dort kompensieren muss, wo die Bewegungseinschränkung seinem Herrchen Grenzen setzt.
Nach einer Stunde intensiver Beschäftigung auf dem mit gelenkschonendem Streu bedeckten Hallenboden kehrt Ruhe ein. "Die Hunde sind platt", bringt es Tanja Haberland auf den Punkt. Auch der quirlige Kalle träumt jetzt wohl von nichts Sehnlicherem, als sich ein bisschen auszuruhen.
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