Borussia Mönchengladbach: Bailly will es wissen
Mönchengladbach (RP). Mainz Heinz Müller war mit sich und der Welt zufrieden. Sein stylischer Kevin-Kuranyi-Bart, dessen Urheberschaft der lange Torwart des FSV Mainz 05 für sich in Anspruch nimmt, rahmte ein stetes Grinsen, während der 31-Jährige seinen Beitrag zum 1:0-Sieg gegen Mönchengladbach kommentierte.
Er hatte das Privatduell mit Borussen-Stürmer Raúl Bobadilla für sich entschieden und auch bei den Versuchen von Marco Reus und Patrick Herrmann richtig reagiert. So gewann Mainz das Spiel, weil Müller die Null festhielt und Bo Svensson die halbe Chance, die sich bot, nutzte. "Heute hat alles geklappt", sagte Müller. Eine Woche zuvor in München hat er auch toll gehalten, doch dann war ihm ein Ball durchgeflutscht. Müller war der Depp, nun gegen Gladbach der Held.
Es ist ein schmaler Grat, damit müssen Torhüter leben. Und auch damit, dass es Spiele gibt, in denen sie nahezu beschäftigungslos sind und dann, wenn der entscheidende Ball kommt, diesen eben nicht halten. So ging es Gladbachs Torwart Logan Bailly in Mainz, obwohl er vor Svenssons Tor den Kopfball von Malik Fatih spektakulär abwehrte. "Solche Spiele sind schwieriger für einen Torwart als die, in denen du jede Minute etwas zu tun bekommst", sagte der Belgier. Ein solches gab es vergangene Saison beim 1:1 in Bremen, als Werder fast 30 Torgelegenheiten hatte, Bailly aber tausend Hände zu haben schien. Da hat er gezeigt, dass er ein Torhüter ist, der ganz alleine Punkte für sein Team holen kann. Das tat er auch zuletzt in Berlin, als er nach der Pause einige Male grandios parierte und so das 0:0 rettete.
Insgesamt spielt der 24-Jährige in dieser Saison aber wenig spektakulär. Beim 2:4 gegen Hoffenheim fing er sich ein kurioses Tor, ansonsten hat er normal gehalten: kleine Unsicherheiten gab es, aber keine großen Patzer. Doch auch keine großen Paraden. Das ist für einen mit seinen Ansprüchen zu wenig. "Ich bin noch nicht der alte Logan", gestand er in der Winterpause. Er verpasste im Sommer die komplette Vorbereitung, weil ihm ein Kühlgerät den Fuß gebrochen hatte. "Es braucht Zeit, bis man wieder bei 100 Prozent ist", sagte Bailly. In einer Torhüter-Statistik der Hinrunde lag sogar Borussias Nummer zwei, Christofer Heimeroth, vor ihm, was die gehaltenen Bälle angeht.
Bailly fühlt sich nun aber gut, "mental und physisch". Das will er wieder umsetzen in außergewöhnliche Aktionen, eben solche, die seinen Ruf als Exzentriker zwischen den Pfosten ausmachen. "Logan ist auf einem guten Weg zu der Form, die er in der Rückrunde der vergangenen Saison hatte. Er hat in Mainz einen guten Job gemacht", sagt Trainer Michael Frontzeck. Mit starken Leistungen in Gladbach könnte Bailly auch sein Ansinnen, in Belgien die Nummer eins zu werden, untermauern. In der EM-Qualifikation geht es unter anderem gegen Deutschland. "Eine interessante Gruppe. Warum sollten wir da nicht Erster werden?", sagt Bailly.
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