Bremen - Duisburg 1:2: Werder-Peinlichkeiten gehen weiter
Bremen (RPO). Bei Werder Bremen hat sich die sportliche Krise weiter verschärft. Die Hanseaten kassierten gegen den abstiegsbedrohten MSV Duisburg eine verdiente 1:2 (0:2)-Niederlage und mussten sich damit schon zum vierten Mal in dieser Saison vor eigenem Publikum geschlagen geben. Für die Gäste war es der erste "Dreier" nach vier Spielen ohne Sieg in Folge.
Erst Gardinenpredigt, dann Straftraining - bei Werder Bremen braute sich nach der 1:2 (0:2)-Heimpleite gegen das bisherige Tabellenschlusslicht MSV Duisburg ein mittelschwerer Sturm zusammen. "Es gilt, einige Dinge aufzuzeigen, und es gibt wahrlich gute Gründe, sehr kritisch miteinander umzugehen", verschlüsselte Trainer Thomas Schaaf seine Verärgerung über einen Auftritt, "der gar nix war", wie der Coach knurrig ergänzte.
Hatten die Hanseaten in den vergangenen Wochen oftmals ungeachtet couragierter Auftritte Punkte liegen gelassen, so war bei der vierten Heimniederlage der laufenden Saison auch die Leistung eines Champions-League-Aspiranten absolut unwürdig.
Sportdirektor Klaus Allofs: "Derzeit verbietet es sich, über einen internationalen Wettbewerb nachzudenken. Wir haben fast gar nichts richtig gemacht, und kaum jemand hat sein Potenzial ausgeschöpft."
Erstmals in dieser Saison standen die vermeintlich elf besten Werder-Profis in der Startformation, doch statt eines Pflichtsieges gegen die um das sportliche Überleben kämpfenden Gäste bekamen 39.615 maßlos enttäuschte Zuschauer im Weserstadion eine verheerende Vorstellung geboten. Schiedsrichter Markus Schmidt aus Stuttgart hatte noch nicht einmal die erste Halbzeit abgepfiffen, da kochte bereits die grün-weiße Volksseele.
Vieles spricht dafür, dass nach nur einem Zähler aus den letzten vier Spielen mehreren Werder-Profis bis auf Weiteres eine Denkpause verordnet wird, nachdem wieder genug personelle Alternativen zur Verfügung stehen.
"Wir werden genau analysieren, wer wirklich die Bereitschaft zeigt, sich voll und ganz für die Mannschaft und den Erfolg einzubringen", erklärte Allofs und schloss einschneidende Maßnahmen ausdrücklich nicht aus.
Während für Stürmer Ivan Klasnic noch ein Trost war, dass auch die Tabellennachbarn sieglos geblieben waren, wollte sich Allofs auf eine solche Diskussion überhaupt nicht einlassen: "Der Tabellenstand macht mich überhaupt nicht unruhig, es ist die Art und Weise, wie wir uns momentan präsentieren. Wir sind im Augenblick schlicht und ergreifend nicht gut genug."
Was auch der Gegner nach einer Viertelstunde Betonfußball klug erkannte, sich immer mehr nach vorne orientierte und völlig zu Recht mit zwei Toren von Mannschaftskapitän Ivica Grlic in der 32. sowie von Torjäger Manasseh Ishiaku in der 42. Minute belohnte. Für die Hanseaten reichte es nur noch zum Anschlusstreffer durch einen Freistoß von Diego, das zwölfte Saisontor des Brasilianers.
"Wir sind bekanntlich in einer Situation, in der nur Siege weiterhelfen. Man hat gemerkt, dass sich die Mannschaft diesmal dessen bewusst war", lobte MSV-Vorstandsvorsitzender Walter Hellmich die Truppe von Trainer Rudi Bommer, die nicht nur die drei Punkte, sondern auch das Verlassen des Tabellenendes feiern durfte. Bommer selbst war insbesondere mit der ersten Halbzeit zufrieden, "in der wir ein wirklich gutes Spiel abgeliefert haben".
Der lange verletzte Nationalspieler Torsten Frings war, obwohl noch lange nicht in Bestform, zusammen mit Mertesacker noch bester Akteur bei den Bremern, die erstmals in dieser Saison ihre vermeindlich stärkste Formation aufbieten konnten. Stärkste MSV-Akteure waren Grlic sowie Adam Bodzek, der die Kreise von Diego oftmals wirkungsvoll zu stören vermochte.
Statistik
Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Naldo, Boenisch (46. Rosenberg) - Baumann (46. Sanogo) - Jensen, Frings - Diego - Klasnic, Hunt. - Trainer: Schaaf
Duisburg: Starke - Lamey, Filipescu, Schlicke, Caceres - Grlic (63. Tiffert), Tararache - Maicon, Bodzek - Niculescu (90. Daun), Ishiaku (78. Mölders). - Trainer: Bommer
Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)
Tore: 0:1 Grlic (32.), 0:2 Ishiaku (42.), 1:2 Diego (58.)
Zuschauer: 39.615
Beste Spieler: Mertesacker, Frings - Grlic, Bodzek
Rote Karten: keine
Gelb-Rote Karten: keine
Gelbe Karten: Frings (2) - Tararache (5/3), Bodzek, Niculescu (4), Caceres (2)
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