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Milliardenhilfe beantragt: Opel will in Deutschland 3911 Stellen abbauen

zuletzt aktualisiert: 09.02.2010 - 14:17

Frankfurt/Main (RPO). Der Sanierung des Autobauers Opel fallen europaweit 8300 Stellen zum Opfer, davon 3911 in Deutschland. Das Unternehmen fordert für die Sanierung und Stützung des Unternehmens von den europäischen Regierungen insgesamt 2,7 Milliarden Euro Staatshilfe. Deutschland soll 1,5 Milliarden Euro beisteuern.

"Dieser Plan zeigt einen klaren Weg zu nachhaltiger Profitabilität", sagte Opel-Chef Nick Reilly bei der Vorstellung des Sanierungsplans am Dienstag in Frankfurt am Main. In Deutschland ist das Werk Bochum mit einem Minus von 1799 Stellen am stärksten vom Personalabbau betroffen. In Rüsselsheim sollen insgesamt 1639 Jobs wegfallen, in Eisenach und Kaiserslautern jeweils 300.

Das Werk in Antwerpen in Belgien mit fast 2400 Mitarbeitern wird wie bereits angekündigt ganz geschlossen. Durch den Personalabbau soll die Kapazität von Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall um 20 Prozent zurückgefahren werden, eine Konsequenz aus der schwierigen Marktlage.

Info

Der Opel-Standort Bochum in fünf Daten

-- die Autofabrik von Opel in Bochum wurde 1962 auf einem ehemaligen Zechengelände eröffnet

-- in den 80er Jahren arbeiteten dort bis zu 20 000 Menschen

-- heute beschäftigt Opel in seinen drei Bochumer Werken etwa 5000 Festangestellte; hinzu kommen rund 1000 Hilfskräfte

-- die Opel-Übernahme durch den kanadisch-österreichischen Automobilzulieferer Magna scheiterte im vergangenen Jahr, weil die Konzernmutter General Motors (GM) entschied, den Autobauer nicht zu verkaufen

-- Opel ist der größte industrielle Arbeitgeber in Bochum; im vergangenen Jahr schloss der Handy-Hersteller Nokia sein Werk in der Ruhrgebietsstadt

Investitionen von bis zu 11 Milliarden

Reilly bezifferte die Gesamtsumme, die Opel braucht, erneut auf 3,3 Milliarden Euro. Der Mutterkonzern General Motors hat Opel nach Unternehmensangaben in den vergangenen Wochen 600 Millionen Dollar (437,4 Millionen Euro) und Vorauszahlungen von weiteren 650 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Reilly räumte ein, dass er sich mit dem Betriebsrat bislang nicht auf einen Beitrag zur Sanierung einigen konnte. Opel hat die Belegschaft zu einem Lohnverzicht von 265 Millionen Euro pro Jahr aufgefordert.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) erklärte in Berlin, Opel wolle von Bund und Ländern 1,5 Milliarden Euro Staatshilfe in Form von Kreditgarantien. Weitere 1,2 Milliarden Euro sollten durch die Standortländer Großbritannien, Spanien, Polen und Österreich abgesichert werden. Er kündigte eine sorgfältige Prüfung des von Opel eingereichten Antrags an.

Der Opel-Chef versprach für die Jahre bis 2014 Investitionen von insgesamt elf Milliarden Euro. Damit soll die Opel-Flotte zu 80 Prozent erneuert werden. Nach dem am Dienstag vorgestellten Sanierungsplan soll das Unternehmen bereits im kommenden Jahr wieder eine schwarze Null schreiben und ab 2012 wieder Gewinne machen.

Koch reagiert zurückhaltend

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch forderte nach der Vorstellung des Sanierungsplans einen höheren Beitrag von General Motors. "Nach unserer ersten Einschätzung wird es geboten sein, dass GM als Eigentümer seine Beteiligung an der Sanierung und Neuaufstellung deutlich erhöht", sagte der CDU-Politiker in Wiesbaden.

Dagegen kündigte die nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Christa Thoben eine schnelle und konstruktive Prüfung des Opel-Bürgschaftsantrag an. "Wir wollen, dass die Mitarbeiter nach Monaten des Bangens und Hoffens endlich eine zukunftsfeste Perspektive bekommen", erklärte die CDU-Politikerin in Düsseldorf.

Opel-Gesamtbetrisbratschef Klaus Franz sagte der Tageszeitung "Die Welt", es sei unklar, wann es zu einer Einigung über einen Beitrag der Arbeitnehmer kommen werde: "Es sind keine Gesprächstermine derzeit vereinbart." Der Betriebsrat fordert als Gegenleistung für den Lohnverzicht eine Beteiligung der Mitarbeiter am Unternehmen.

IG Metall lehnt Opel-Sanierungsplan ab

Die IG Metall hat sich gegen den Sanierungsplan für Opel ausgesprochen. Die Regierungen von Bund und Ländern sollten die Anträge auf Staatshilfe ablehnen, empfahlen die für die deutschen Opel-Standorte zuständigen IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild und Oliver Burkhard am Dienstag. Die Arbeitnehmer würden diesen Plan nicht durch Lohnverzicht unterstützen.

Noch immer sei nicht klar, wie Opel zukunftsfähig gemacht werden könne, sagten Burkhard und Schild. Die IG Metall forderte Opel auf, die Schließung des Standortes Antwerpen zurückzunehmen. Zudem müsse das Unternehmen ältere Zusagen einhalten. Auf der Basis des vorliegenden Konzepts gebe es keine Sicherheiten für die Beiträge der Arbeitnehmer. Betriebsrat und IG Metall wollen durchsetzen, dass die Mitarbeiter bei einem Lohnverzicht am Unternehmen beteiligt werden.

Quelle: AFP/APN/AP/felt

 
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Mahmud82 | 09.02.10 21:36 (1/24)
Auch wenn ich einen Opel fahre..
Auch wenn ich selber einen Opel AStra Baujahr 2008 fahre, so muss ich sagen, dass sich die volkswirtschaftlich Rechnung nicht lohnen wird. Für hoch gerechnet (ich glaube es waren einmal...
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Quatschkopp-mg | 09.02.10 19:20 (2/24)
Opel
Auf keinen Fall dürfen hier noch öffentliche Mittel in diesen Konzern gezahlt werden. Erst die Übernahmeverhandlungen platzen lassen und dann noch Forderungen stellen, dass darf doch wohl nicht...
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jackmg | 09.02.10 18:29 (3/24)
alles klar
staatshilfen, damit managergehälter weiter in voller höhe gezahlt werden könne. vermutlich auch noch bonuszahlungen damit finanziert werden. jaja subventionen und trotzdem abbau von stellen....
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