Düsseldorf (RP). Absturz am Aktienmarkt, der Dollar-Kurs fällt in den Keller, in den USA herrscht Angst vor der Rezession. Das alles wirkt sich auch in Deutschland aus. Acht Fragen und Antworten.
Ausverkauf an der Börse: Wenn der Dax als wichtigstes Barometer am Aktienmarkt an einem Tag mehr als 200 Punkte verliert, ist das ein deutliches Zeichen für Panik bei den Anlegern. Seitdem die in den USA ausgelöste Krise die Finanzmärkte mit immer neuen Hiobsbotschaften ängstigt, werden die Investoren ständig aufs Neue verunsichert.
Was passiert in USA noch?
Die Krise könnte sich noch in dieser Woche auswachsen. In den nächsten Tagen legen die großen Investmentbanken ihre Zahlen vor. Fallen die schlecht aus, könnte die nächste Schockwelle drohen.
Warum fallen die Kurse hier?
Börse hat mit Psychologie zu tun. Deshalb verkaufen viele Anleger, ohne einen sachlichen Grund dafür zu haben. Die Angst regiert das Geschehen an den Märkten. Außerdem könnten auch Industrie-Unternehmen Schwierigkeiten bei der Finanzierung bekommen, wenn die Banken ihre Kreditvergabe einschränken.
Soll man Aktien verkaufen?
In Panik zu veräußern, hat noch nie etwas gebracht. Die so genannten Fundamentaldaten stimmen bei den deutschen Unternehmen. Wer den langen Atem hat und das in Aktien investierte Geld derzeit noch nicht braucht, sollte die Krise aussitzen.
Soll man jetzt Aktien kaufen?
Den richtigen Zeitpunkt für einen Einstieg zu treffen, ist immer schwer. Der Analyst Christoph Schlienkamp sagte jüngst, der Dax könne noch um mehrrere hundert Punkte abstürzen. Andere sehen noch weiteres Rückschlagpotenzial und die Gefahr, dass der Dax deutlich unter 6000 Punkte fällt. Vor allem bei Banken könnte es wegen möglicher weiterer Wertberichtigungen aus der Finanzkrise noch einmal nach unten gehen. Also: Mit dem Kauf lieber noch ein bisschen warten.
Steigt der Euro weiter?
Die US-Notenbank Fed hat bereits mehrfach versucht, mit Zinssenkungen die Konjunktur anzukurbeln. Das Problem: Eine Zinssenkung in den USA (für heute wird die nächste erwartet) vertreibt die Investoren aus Dollar-Anlagen. Die Folge: Der Kurs der amerikanischen Währung fällt weiter, der Euro wird noch stärker. Ende schwer absehbar.
Was hat das für Folgen?
Ein starker Euro ist grundsätzlich Gift für die Exportwirtschaft, weil er die Ausfuhren verteuert. Aber: Erstens können sich Unternehmen mit Sicherungsgeschäften eine zeitlang gegen die Nachteile einer starken Währung wappnen, zweitens hat auch ein schwacher Dollar Vorteile: Er verbilligt Importe aus dem Dollar-Raum und trägt so zur Preisstabilität in Deutschland bei.
Warum wird Öl so teuer?
Wenn der Dollar schwach ist, fliehen Investoren mitunter in Sachwerte. Das treibt - neben der hohen Nachfrage nach Rohstoffen - den Ölpreis immer weiter nach oben.
Zinssenkung in Europa?
Die Europäische Zentralbank hat mit einer Zinsanhebung geliebäugelt, um Inflationsgefahren einzudämmen. Mittlerweile erscheinen die Risiken einer Konjunktur-Abschwächung in Europa größer als das Preisrisiko. „Wir denken, dass die EZB auf längere Sicht den Zins senkt. Die Wachstumssorgen in Europa werden zunehmen”, heißt es bei der Commerzbank.