München: Forscher entwickeln Impfstoff gegen Magenkrebs

zuletzt aktualisiert: 08.02.2010 - 17:23

Bonn (RPO). Münchner Forscher erproben einen neuen Ansatz für die Impfung gegen Magenkrebs. Die Impfung richtet sich gegen das Bakterium Helicobacter pylori, das als Auslöser hinter 90 Prozent aller Magenkrebsfälle steht.

Münchner Forscher entwickeln einen Impfstoff gegen Magenkrebs. Foto: RP, Hans-Jürgen Bauer

Bisher wird der Erreger meist mit Antibiotika behandelt, was jedoch häufig mit der Bildung von Resistenzen verbunden ist. Die Impfung soll das körpereigene Immunsystem in die Lage versetzen, das Bakterium auszuschalten, wie die Deutsche Krebshilfe in Bonn mitteilt.

Eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter Pylori kann zu Entzündungen der Magenschleimhaut führen. Aus dieser chronischen Reaktion entwickelt sich dann bei einigen Patienten Magenkrebs. Obwohl bereits zahlreiche Impfstoffe gegen den Erreger getestet wurden, gibt es bisher noch keinen, der an Patienten angewandt werden kann, berichtet Markus Gerhard, Privatdozent an der Technischen Universität München und Projektleiter an der 2. Medizinischen Klinik und Poliklinik.

In früheren Studien hatten die Münchner Forscher bereits ein zentrales Molekül identifiziert, das als idealer Ansatzpunkt für eine wirkungsvolle Impfstrategie gegen das Bakterium gilt. Dieses Protein, das vom Bakterium selbst produziert und ausgeschieden wird, blockiert die menschliche Abwehrreaktion und verhindert so, dass das Immunsystem gegen den Erreger vorgehen kann. Die neue Impfung soll diesen Mechanismus durchbrechen, so dass die Immunabwehr das Bakterium wirkungsvoll selbst ausschalten kann.

Quelle: DDP/felt

 
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