Wal-Vorfahren - Vom Land ins Meer: Mit dem Kopf voran geboren
San Francisco (RPO). Paläontologen haben in Pakistan die fossilen Überreste eines Vorfahren der Wale gefunden, der seine Jungen noch an Land zur Welt brachte. Das 47,5 Millionen Jahre alte Fossil besteht aus dem Skelett eines Muttertiers, das ein Ungeborenes in sich trug.
Das Ungeborene lag in einer Position im Bauch der Mutter, so dass es mit dem Kopf voran zur Welt gekommen wäre - genau wie die Landsäugetiere heute ihren Nachwuchs zur Welt bringen. Bei heutigen Zahnwalen hingegen kommt der Nachwuchs mit dem Schwanz voran zur Welt. Ihre Ergebnisse stellen die Forscher um Philip Gingerich von der Universität von Michigan in Ann Arbor im Fachmagazin "PLoS" vor (DOI: 10.137/journal.pone.0004366).
Die Forscher hatten für ihre Studie Fossilien zweier Walvorfahren untersucht, die bei Ausgrabungen in Pakistan entdeckt worden waren. Es handelte sich dabei um die Reste eines männlichen und eines weiblichen Tieres. Die Tiere stammten aus einer ausgestorbenen, Archaeoceti genannten Unterordnung der Säuger. Die Vertreter dieser Unterordnung bewegten sich zunächst noch überwiegend an Land auf vier Beinen, verlegten jedoch ihre Lebensweise immer mehr ins Wasser. Neuere genetische Untersuchungen zeigten, dass sie wohl gemeinsame Vorfahren mit den heutigen Flusspferden hatten.
Unter den Fossilien fanden die Wissenschaftler um Gingerich auch winzige Zähne, die sie zunächst für die Reste eines kleinen Weibchens hielten. Doch dann erkannten die Wissenschaftler, dass es sich um ein Muttertier handelte, das einen Fötus in sich trug. Aus der Lage des Tieres schließen die Wissenschaftler, dass die Jungen bei diesen Walvorfahren noch wie heutige Landsäuger mit dem Kopf voran zur Welt kamen. Wegen der Gefahr des Ertrinkens werden junge Zahnwale wie der Pottwal oder der Delfin heute in der Regel mit dem Schwanz voran geboren. Im Lauf der Evolution muss sich die Geburtslage der Jungen also irgendwann umgedreht haben.
























